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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Nachschlagewerk

Lexikon

Die Begriffe, die in Beratungsgesprächen und Aufklärungsbögen vorkommen — erklärt und mit den Behandlungen verknüpft, in denen sie eine Rolle spielen.272 Einträge.

Anatomie 13Recht und Zulassung 46Klinik 123Wirkstoffe 30Technik 60

3

3-D-Histologie
Lückenlose Kontrolle der Schnittränder statt Stichproben. Erlaubt kleinere Sicherheitsabstände dort, wo Gewebe knapp ist.

5

5-Alpha-Reduktase
Das Enzym, das Testosteron in DHT umwandelt. Finasterid hemmt seinen Typ 2.

A

Ablation
Das Verdampfen von Gewebe durch Laserenergie. Grundlage der abtragenden Verfahren.
Abriss-Epikutantest
Epikutantest nach Abtragen der Hornschicht. Erhöht die Testempfindlichkeit — und wird von der Handekzem-Leitlinie ausdrücklich empfohlen.
Acetylcholin
Der Botenstoff, mit dem ein Nerv einem Muskel den Befehl zur Kontraktion übermittelt. Botulinumtoxin blockiert seine Freisetzung.
Adstringenzien
Stoffe, die Eiweiß in der obersten Hautschicht fällen und dadurch zusammenziehend wirken. Bei gestörter Barriere problematisch.
AJCC-Klassifikation
Das internationale System zur Stadieneinteilung. Bestimmt Prognose und Therapie.
AKASI und AK-FAS
Zwei Scores, die Fläche und Schweregrad aktinischer Keratosen zusammenfassen. Die Leitlinie empfiehlt sie zur standardisierten Befunderhebung.
Alexandritlaser
Laser mit 755 Nanometern. Stark melaninaffin — verbreitet bei Haarentfernung und Pigmentflecken.
Allergisches Kontaktekzem
Immunreaktion auf einen Stoff, mit dem die Haut Kontakt hatte. Über 4.000 Substanzen kommen infrage.
Alopecia areata
Autoimmuner Haarausfall in scharf begrenzten Herden. Nicht zu verwechseln mit dem anlagebedingten Haarausfall — Ursache, Verlauf und Therapie sind andere.
Alopecia barbae
Alopecia areata, die nur den Bart betrifft. Sie trifft in der Regel Männer mittleren Alters — und ist in den Studien kaum abgebildet.
Anagenphase
Die aktive Wachstumsphase des Haars. Nur in ihr spricht eine Laserepilation gut an.
Androgenetische Alopezie
Die häufigste Form des Haarausfalls beim Mann. Anlagebedingte Verkleinerung der Haarfollikel unter Einfluss von DHT.
Angiofibrom
Gutartige Wucherung aus Bindegewebe und Gefäßen. Häufigste Form ist die fibröse Nasenpapel.
Antibiotika-Resistenz bei Hidradenitis suppurativa
Die Leitlinie behandelt Antibiotika bei HS/AI als Dauertherapie einer nicht primär infektiösen Erkrankung — und benennt den Zielkonflikt offen.
Antibiotikaauswahl bei Akne
Die europäische Leitlinie zieht Doxycyclin und Lymecyclin vor, rät bei Azithromycin ab und hält systemisches Clindamycin für schwere Infektionen frei.
Antikörperbildung
Immunreaktion gegen Botulinumtoxin, die nach wiederholten Behandlungen zum Wirkverlust führen kann.
Antimetabolit
Wirkstoff, der einem körpereigenen Baustein so ähnlich sieht, dass die Zelle ihn einbaut — und daran scheitert. Prinzip hinter 5-Fluorouracil.
Arztvorbehalt nach NiSV
Seit 31.12.2020 dürfen bestimmte Laser- und IPL-Anwendungen zu kosmetischen Zwecken nur noch von approbierten Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden.
Atrophogenes Potenzial
Die Neigung eines topischen Glukokortikoids, die Haut dünner zu machen. Die Leitlinie verlangt Präparate, bei denen sie gering ist.
Atypischer Nävus
Muttermal mit auffälligen Merkmalen. Einer der vier erworbenen Risikofaktoren für das Melanom.
Aufklärungspflicht
Die gesetzliche Pflicht, vor einem Eingriff über Art, Umfang, Risiken und Alternativen aufzuklären — rechtzeitig und verständlich.
Auftragsmenge von Sonnenschutz
Die Menge, auf die sich jeder Lichtschutzfaktor bezieht — und die im Alltag fast nie erreicht wird.
AWMF-Leitlinie
Das deutsche Leitliniensystem und seine Stufen. Der Unterschied zwischen S1 und S3 ist erheblich.

Ä

Ärztliches Präventionsgespräch
Die Leitlinie verlangt, jeden ärztlichen Kontakt anlassbezogen für Hinweise zur Prävention zu nutzen — mit dem höchsten Empfehlungsgrad.

B

Bedenkzeit
Die Zeitspanne zwischen Aufklärung und Eingriff, die eine überlegte Entscheidung erst möglich macht.
Begleiterkrankungen bei Hidradenitis suppurativa
Die Leitlinie verlangt ein Screening auf Spondyloarthritis, chronisch- entzündliche Darmerkrankung und kardiovaskuläre Risikofaktoren.
Benzol in Benzoylperoxid-Produkten
Benzoylperoxid kann bei Hitze zu Benzol zerfallen. Zwei große US-Kohorten fanden bisher kein erhöhtes Leukämierisiko bei Aknepatienten.
Berufskrankheit Nr. 5103
Plattenepithelkarzinome oder multiple aktinische Keratosen durch natürliche UV-Strahlung sind seit 2015 eine anerkannte Berufskrankheit.
Beschäftigte im Freien
Rund 2,4 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten überwiegend im Freien — mit entsprechender UV-Belastung.
Betablocker bei Rosazea
Blutdruckmittel gegen anhaltende Rötung und Flush. In der Leitlinie als Erwägung geführt.
Biologische Einheit
Das Maß für die Aktivität von Botulinumtoxin. Zwischen Präparaten nicht übertragbar — die häufigste Quelle für falsche Preisvergleiche.
Biosimilar
Nachbildung eines biotechnologisch hergestellten Arzneimittels. Bei laufender Remission rät die HS-Leitlinie ausdrücklich vom Wechsel ab.
Brauenptose
Absinken der Augenbraue nach zu weit unten oder zu großflächig gesetzter Behandlung des Stirnmuskels.
Bruxismus
Unwillkürliches Pressen oder Knirschen der Zähne. Häufige Ursache einer Masseterhypertrophie — und der Grund, warum deren Behandlung nicht immer ästhetisch ist.

C

Chromophor
Der Stoff in der Haut, der die Laserenergie aufnimmt — meist Melanin, Hämoglobin, Wasser oder Tattoo-Pigment.
Clearance-Rate
Anteil der Behandelten oder der Läsionen, bei denen nach einer Therapie nichts mehr nachweisbar ist. Zwei sehr verschiedene Zahlen mit ähnlichem Namen.
CO₂-Laser
Ablativer Laser mit 10.600 Nanometern. Trägt Gewebe warm ab — wirksam, aber mit längerer Abheilung.
Cosmeceuticals
Inhaltsstoffe zwischen Kosmetik und Arzneimittel. Der Begriff beschreibt einen Anspruch, keine Zulassungskategorie.
Cutibacterium acnes
Das häufigste Hautbakterium — auf gesunder Haut wie bei Akne. Nicht seine Anwesenheit unterscheidet beide, sondern die Zusammensetzung der Stämme.

D

De-novo-Recherche und Leitlinienadaptation
Zwei Wege, wie eine Leitlinie zu ihrer Evidenz kommt: selbst suchen oder eine bestehende Leitlinie übernehmen. Beides wird ausgewiesen.
Demodex-Milben
Winzige Milben in den Haarfollikeln. Bei Rosazea spielen sie laut Leitlinie eine bedeutende Rolle.
Denervierung
Die vorübergehende Unterbrechung der Nervenversorgung eines Muskels — der Zustand, den Botulinumtoxin gezielt herbeiführt.
Dermatochalasis
Erschlaffter Hautüberschuss, insbesondere am Oberlid. Keine Botulinumtoxin-Indikation.
Dermatoskopie
Untersuchung der Haut mit Vergrößerung und polarisiertem Licht. Erhöht die diagnostische Treffsicherheit erheblich.
Dihydrotestosteron
Das Androgen, das erblich empfindliche Haarfollikel verkleinert. Angriffspunkt von Finasterid.
Diodenlaser
Halbleiterlaser, je nach Bauart mit unterschiedlichen Wellenlängen. Verbreitet bei Haarentfernung und Gefäßen.
Dosierung von Isotretinoin
Fünf Schlussfolgerungen einer systematischen Übersichtsarbeit — und die ausdrückliche Feststellung, dass die optimale Gesamtdosis nicht belegt ist.
Dosisäquivalenz
Das Verhältnis, in dem sich die Einheiten verschiedener Botulinumtoxin- Präparate umrechnen lassen.
Drei-Monats-Regel für systemische Antibiotika
Die europäische Aknelleitlinie empfiehlt, systemische Antibiotika bei Akne auf drei Monate zu begrenzen. Längere Gaben bleiben die Ausnahme.
Duftstoffe in Pflegeprodukten
Eine der häufigsten Ursachen für Kontaktallergien gegen Kosmetik. Auch in Produkten, die "parfümfrei" wirken.

E

Eigenschutzzeit
Die Rechnung Eigenschutzzeit mal Lichtschutzfaktor. Sie steht in der Rosazea-Leitlinie — und die Präventionsleitlinie warnt vor ihrer Anwendung.
Eindringtiefe
Wie tief Laserstrahlung ins Gewebe vordringt. Steigt mit der Wellenlänge — und entscheidet über die Eignung.
Einwilligung nach § 25 TDDDG
Die Pflicht, vor dem Speichern oder Auslesen von Informationen auf einem Endgerät einzuwilligen — Grundlage jedes Cookie-Banners.
Elastose
Umbau der elastischen Fasern der Haut durch langjährige UV-Belastung. Erhöht das Risiko einer Brauenptose.
EMA-Vorgaben zu Isotretinoin
Fünf Punkte der Europäischen Arzneimittel-Agentur zur Verordnung von oralem Isotretinoin — von der Startdosis bis zur Wartezeit vor Laserbehandlungen.
Empfehlungsgrad und Evidenzlevel
In S3-Leitlinien werden Empfehlungsstärke und Datenqualität getrennt ausgewiesen. Beides zu lesen lohnt sich.
Empfehlungsstärke
Die Abstufung, mit der eine Leitlinie sagt, wie deutlich sie zu etwas rät. Von Doppelpfeil bis Nicht-Empfehlung.
Empfehlungssymbole
Fünf Symbole, mit denen S2k-Leitlinien ihre Empfehlungsstärke angeben. Zwei davon raten ausdrücklich ab.
Epikutantest
Standardverfahren zum Nachweis einer Kontaktallergie: Testsubstanzen werden unter Pflaster auf den Rücken aufgebracht.
Er:YAG-Laser
Ablativer Laser mit 2.940 Nanometern. Kalte Ablation mit weniger ausgeprägten Nebenwirkungen.
Erhaltungstherapie bei Akne
Die Phase nach der Abheilung. Alle Empfehlungen dazu sind schwach — aber aus einem Grund, den die Leitlinie ausdrücklich benennt.
EU-Medizinprodukteverordnung
Regelt Sicherheit und Betrieb von Medizinprodukten — einschließlich aller Laser- und IPL-Geräte.
Excimer-Laser
UV-Laser mit 308 Nanometern. Einzige Laseroption, die die Leitlinie bei Vitiligo nennt.
Expertenkonsens
Eine Empfehlung, die auf der Übereinkunft der Leitliniengruppe beruht statt auf einer Studienauswertung. Nicht schwächer, aber anders begründet.
Expositionsabschätzung
Systematische Erhebung dessen, womit jemand tatsächlich in Kontakt kommt — vor dem Test, nicht danach. Die Leitlinie verlangt sie mit starker Empfehlung.

F

Fachinformation
Das behördlich genehmigte Dokument, das Anwendungsgebiete, Dosierung, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen eines Arzneimittels verbindlich beschreibt.
Farbstofflaser
Gefäßlaser mit rund 585 bis 610 Nanometern. Klassiker bei Rötungen und feinen Gefäßen.
FDA Clearance und FDA Approval
Zwei völlig verschiedene US-Verfahren, die in der Werbung gern gleichgesetzt werden.
Feldkanzerisierung
Flächig UV-geschädigte Haut, in der neben sichtbaren Läsionen auch unsichtbare Veränderungen liegen.
Feuchtarbeit
Längere Tätigkeit mit feuchten Händen oder unter flüssigkeitsdichten Handschuhen. Belegter Risikofaktor für Handekzeme.
Filaggrin
Protein der Hornschicht. Mutationen im Filaggrin-Gen sind ein belegter Risikofaktor für Ekzeme.
Fitzpatrick-Hauttyp
Sechsstufige Einteilung der Haut nach Reaktion auf UV-Licht. Entscheidet mit darüber, ob eine Laserbehandlung zulässig ist.
Flachexzision bei Melanomverdacht
Ausdrücklich nicht empfohlen — sie verhindert die Beurteilung von Rändern und Tumordicke.
Flushing
Anfallsartige Gesichtsrötung, oft mit Hitzegefühl. Frühzeichen und Dauerbegleiter der Rosazea.
Funktionserhalt bei der Gewebeentnahme
Schon die Biopsie kann bleibenden Schaden anrichten. Die Leitlinie verlangt, funktionelle Besonderheiten von Anfang an zu beachten.

G

Galenik
Die Trägerformulierung eines Produkts. Bei empfindlicher Haut entscheidet sie oft mehr über die Verträglichkeit als der Wirkstoff.
Ganzkörperfotografie
Standardisierte Fotodokumentation der gesamten Hautoberfläche. Laut Leitlinie eine Möglichkeit der Früherkennung in Risikokollektiven.
Ganzkörperinspektion
Der Screeningtest der Hautkrebsfrüherkennung. Die Leitlinie macht dazu ungewöhnlich konkrete Vorgaben — bis zum Licht im Raum.
Glabella
Der Bereich zwischen den Augenbrauen über der Nasenwurzel. Dort entstehen die senkrechten Falten, die als „Zornesfalte“ gelesen werden.
Güteschaltung
Technik zur Erzeugung extrem kurzer, energiereicher Laserimpulse. Voraussetzung für die Tattooentfernung.

H

Haarzupftest
Ein Büschel Haare wird kopfhautnah gezogen. Ab zehn Prozent ausgezupfter Haare gilt die Erkrankung als aktiv.
Handekzem
Ekzem der Hände, häufig berufsbedingt. Eine der häufigsten Berufskrankheiten überhaupt.
Hapten
Ein kleines Molekül, das erst durch Bindung an körpereigenes Eiweiß eine Immunreaktion auslösen kann.
Hautbarriere
Die äußerste Hautschicht aus Zellen und Lipiden, die Wasser zurückhält und Reizstoffe abhält.
Hautkrebsscreening
Die gesetzliche Früherkennungsuntersuchung ab 35. In der Leitlinie steht dazu ein bemerkenswertes Sondervotum.
Hautschutz
Präparate, die vor der Belastung aufgetragen werden und eine physikalische Barriere bilden.
Hazard Ratio
Ein Verhältnismaß für Ereignisse über die Zeit — etwa Überleben. Der Standard in onkologischen Studien.
Heilmittelwerbegesetz
Regelt, womit für medizinische Behandlungen geworben werden darf. Verbietet unter anderem bestimmte Vorher-Nachher-Bilder.
Heller Hautkrebs
Basalzell- und Plattenepithelkarzinom. Häufiger als das Melanom und stark UV-abhängig.
Hidradenitis suppurativa / Acne inversa
Chronisch-entzündliche Erkrankung der Terminalhaarfollikel in Achseln, Leisten und Gesäßfalte. Wird bei Männern häufig zu spät erkannt.
Hierarchie der Präventionsmaßnahmen
Vier Stufen in fester Rangfolge: Substitution, Technik, Organisation, Person. Verhalten steht ganz unten — nicht oben.
HPV und heller Hautkrebs
Diskutierter Risikofaktor und Kofaktor für das Plattenepithelkarzinom — besonders bei Immunsuppression.
Hurley-Grad
Dreistufige Einteilung der Hidradenitis suppurativa nach dem Ausmaß der Vernarbung. Entscheidet über die Operationsindikation.
Hyaluronidase
Enzym, das Hyaluronsäure auflöst. Das Gegenmittel bei Fillerkomplikationen — im Off-Label-Einsatz und ohne evidenzbasierte Leitlinie.
Hyperkeratose
Verdickte Hornschicht. Beeinflusst die Verfahrenswahl, weil sie Licht und Wirkstoffe abhält.
Hypertrichose
Verstärkter Haarwuchs an Stellen, an denen er nicht erwünscht ist — die häufigste Nebenwirkung von oralem Minoxidil.

I

IHS4
Punktwert aus Knoten, Abszessen und drainierenden Tunneln. Das einzige Instrument, das die Leitlinie für die tägliche Praxis namentlich verlangt.
Immunsuppression und Hautkrebs
Nach Organtransplantation steigt die Rate an Plattenepithelkarzinomen um mehr als das 65-Fache.
In-situ-Melanom
Melanom, das die Basalmembran noch nicht durchbrochen hat. Vollständige Exzision ist Pflicht — der Abstand dagegen ist nicht durch Studien festgelegt.
Informierte Entscheidung
Der Maßstab, an dem sich die Aufklärung zur Krebsfrüherkennung ausrichten soll: Der Einzelne soll sich auch dagegen entscheiden können.
Interdisziplinäres Hauttumorboard
Die gemeinsame Fallbesprechung mehrerer Fachrichtungen. In der Leitlinie ein eigener Qualitätsindikator.
IPL
Gebündeltes Blitzlicht mit breitem Wellenlängenspektrum. Kein Laser — rechtlich aber gleich behandelt.
Irritationsfaktoren
Die Leitlinie nennt sie namentlich: starkes Reiben, Peelings, Alkohol, ätherische Öle, Menthol, Kampfer, bestimmte Duft- und Konservierungsstoffe.
Irritatives Kontaktekzem
Hautschädigung durch direkte Reizung, ohne Immunreaktion. Der weitaus häufigere Ekzemtyp.
Isotretinoin und Wundheilung
Die klassische Wartezeit von sechs Monaten vor Narbenbehandlungen geht auf Fallberichte der 1980er zurück. Die aktuelle Leitlinie hält sie für überdenkenswert.

K

Karzinomrisiko bei Hidradenitis suppurativa
In lang bestehenden Herden kann ein Plattenepithelkarzinom entstehen. Die Leitlinie verlangt bei Verdacht eine histologische Abklärung.
Keloid
Überschießende Narbenbildung, die über die ursprüngliche Wunde hinauswächst. Gegenanzeige für viele Verfahren.
Klimawandel und UV-Belastung
Die Leitlinie stellt einen Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung, Ozonschicht und UV-Belastung fest — und leitet daraus Handlungsbedarf ab.
Koagulation
Thermischer Gewebeverschluss ohne Abtragung. Grundlage der Gefäßbehandlung.
Komedo
Verstopfte Follikelöffnung — die Vorstufe jeder Akneläsion.
Komorbiditäten bei Alopecia areata
Die Leitlinie hebt psychosoziale Begleiterkrankungen eigens hervor — weil sie in den bisherigen diagnostischen Empfehlungen fehlten.
Konfidenzintervall
Der Bereich, in dem der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt. Seine Breite sagt oft mehr als der Punktwert.
Konfokale Laserscanningmikroskopie
Mikroskopie der lebenden Haut bis rund 250 Mikrometer Tiefe. Kann die Rate unnötiger Operationen senken.
Konsensstärke
Wie viele Stimmberechtigte einer Leitlinienempfehlung zugestimmt haben. Vier definierte Stufen mit festen Prozentgrenzen.
Konservierte Kochsalzlösung
Kochsalzlösung mit Benzylalkohol zum Auflösen von Botulinumtoxin. Injektionen damit sind weniger schmerzhaft.
Konservierungsmittel
Notwendig gegen Verkeimung, zugleich eine Hauptquelle von Kontaktallergien gegen Kosmetik.
Kontaktallergie ohne Ekzem
Eine Kontaktallergie muss nicht wie ein Ekzem aussehen. Die Leitlinie listet neun Erscheinungsbilder, die als andere Hautkrankheit imponieren.
Kontakturtikaria
Quaddelbildung innerhalb von Minuten nach Hautkontakt — anderer Mechanismus als das Kontaktekzem.
Kontraindikation
Ein Umstand, der eine Behandlung verbietet. Bei Botulinumtoxin unter anderem neuromuskuläre Erkrankungen.
KTP-Laser
Grüner Laser mit 532 Nanometern. Stark von Hämoglobin und Melanin absorbiert — für oberflächliche Ziele.
Kumulative UV-Dosis
Die über das Leben aufsummierte UV-Belastung. Maßgeblich für Plattenepithelkarzinom und aktinische Keratosen.

L

Labordiagnostik bei Alopecia areata
Es gibt keinen Bluttest für die Alopecia areata. Die Leitlinie sagt auch, welche Untersuchungen ausdrücklich nicht sinnvoll sind.
Laser-assisted drug delivery
Der Laser bahnt einem Medikament den Weg in die Haut, statt selbst zu behandeln.
Läsionsgerichtet und feldgerichtet
Die grundlegende Unterscheidung in der Behandlung aktinischer Keratosen: einzelne sichtbare Läsionen behandeln oder das ganze geschädigte Areal.
Leitlinienlage bei Akne
Die deutsche Akne-Leitlinie ist seit dem 31.12.2014 abgelaufen. Maßgeblich ist die europäische EuroGuiDerm-Leitlinie, Update 2025.
Leitungswasseriontophorese
Behandlung mit schwachem Gleichstrom im Wasserbad. Option bei übermäßigem Schwitzen an Händen und Füßen.
Level of Evidence
Angabe, wie belastbar die Studienlage hinter einer Leitlinienempfehlung ist. Nicht zu verwechseln mit dem Empfehlungsgrad.
Lichtquellen bei Akne
Blaulicht hat eine schwache Empfehlung, IPL, Laser und PDT haben gar keine — weder dafür noch dagegen. Die Leitlinie nennt den Grund offen.
Lichtschutzfaktor
Maß für den Schutz vor UVB. Entscheidend ist aber weniger die Zahl als die aufgetragene Menge.
Lidptose
Hängendes Oberlid, wenn Wirkstoff hinter das Septum orbiculare diffundiert und den Lidheber erreicht.
Lifestyle-Arzneimittel nach § 34 SGB V
Arzneimittel zur Verbesserung des Haarwuchses sind gesetzlich von der Kassenleistung ausgeschlossen — unabhängig davon, wie krank man ist.
Low-Level-Lasertherapie
Rotlicht gegen Haarausfall. Die deutsche S3-Leitlinie gibt für die Alopecia areata keine Empfehlung ab — und nennt einen Sicherheitsvorbehalt.
Lymphadenektomie
Operative Entfernung regionärer Lymphknoten. Beim Plattenepithelkarzinom nur bei klinisch manifester Metastase — vorbeugend ausdrücklich nicht.

M

Malignes Melanom
Die gefährlichste Hautkrebsform. Sonnenexposition gilt als Hauptursache.
Matting
Feines rotes Gefäßnetz, das nach einer Venenbehandlung neu entstehen kann.
Melanocortin-1-Rezeptor
Genetischer Faktor für Hauttyp und Melanomrisiko. Erklärt, warum rote Haare mit hellem Hauttyp einhergehen.
Melanomtypen
Die WHO unterscheidet vier Haupttypen. Sie sehen unterschiedlich aus — und treten an unterschiedlichen Stellen auf.
Mephistozeichen
Hochstehen der äußeren Augenbraue, weil der behandelte Stirnmuskel nur mittig geschwächt wurde.
Meta-Analyse
Die statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. Ihr Wert hängt daran, wie gut die Studien zusammenpassen.
Mikrographisch kontrollierte Chirurgie
Operation mit lückenloser Schnittrandkontrolle. Vorbehalten für schwierige Lokalisationen.
Mimische Starre
Verlust natürlicher Mimik durch zu großflächige oder zu hohe Dosierung.
Minoxidil bei Alopecia areata
Zugelassen ist Minoxidil nur für den anlagebedingten Haarausfall. Bei Alopecia areata ist jede Anwendung Off-Label — auch bei Erwachsenen.
Mitoserate
Zahl der Zellteilungen im Tumorgewebe. Besonders aussagekräftig bei dünnen Melanomen.
Mittagssonne
Die Stunden mit dem höchsten Sonnenstand und damit der höchsten UV-Bestrahlungsstärke. Erster Ansatzpunkt jeder Schutzstrategie.
Morbus Bowen
Frühform des Plattenepithelkarzinoms, die noch auf die Oberhaut begrenzt ist.
Musculus corrugator supercilii
Der Muskel, der die Augenbraue nach innen und unten zieht und damit die senkrechte Zornesfalte erzeugt.
Musculus depressor anguli oris
Zieht den Mundwinkel nach unten. Die Leitlinie nennt ihn schlicht den Trauermuskel.
Musculus frontalis
Der einzige Muskel, der die Augenbrauen anhebt. Er erzeugt die waagerechten Stirnfalten — und begrenzt, wie viel man behandeln darf.
Musculus masseter
Der kräftigste Kaumuskel. Seine Verdickung verbreitert das untere Gesichtsdrittel — das einzige Areal mit expliziter Männerempfehlung in der Leitlinie.
Musculus mentalis
Der Kinnmuskel. Seine Anspannung erzeugt das sogenannte Pflastersteinkinn.
Musculus nasalis
Muskel über dem Nasenrücken. Erzeugt die schrägen Fältchen — und hält die Nasenklappe offen.
Musculus orbicularis oculi
Der ringförmige Muskel um die Augenhöhle. Sein äußerer Anteil erzeugt die Krähenfüße.
Musculus procerus
Schmaler Muskel über der Nasenwurzel, der die Haut zwischen den Brauen nach unten zieht und die Querfalte über der Nase erzeugt.
Musculus zygomaticus
Zieht Wange und Mundwinkel nach oben und außen. Zielmuskel bei Wangenknitterfältchen.

N

Nachbehandlung nach Lasertherapie
Die Leitlinie unterscheidet streng zwischen barriereverletzenden und nicht-barriereverletzenden Behandlungen.
Nachcremen
Erneutes Auftragen nach zwei Stunden und nach dem Baden. Stellt den Schutz wieder her — verlängert ihn aber nicht.
Nachkontrolle
Der Termin nach vollem Wirkeintritt. Kein Verkaufsgespräch, sondern Teil der Behandlung.
Nachsorge
Kontrollen nach einer Krebserkrankung. Bei Plattenepithelkarzinom auch bei geringem Rezidivrisiko nicht verzichtbar.
Nachsorge beim Melanom
Etwa 20 Prozent der Rezidive treten erst nach dem fünften Jahr auf. Deshalb reicht die Nachsorge weiter.
Nachsorgeintervalle beim Melanom
Dreimonatige Intervalle bei erhöhtem Risiko, Verlängerung bei sinkendem Risiko — und eine lebenslange Aufgabe, die bleibt.
Nahrungsergänzung zur Hautkrebsprävention
Selen, Vitamin A und Beta-Karotin: Die Leitlinie spricht sich mit dem höchsten Empfehlungsgrad ausdrücklich dagegen aus.
Natural Moisturizing Factors
Aminosäuren, Salze, Glycerin und Harnstoff in der Hornschicht. Schon Waschen mit Wasser löst sie heraus.
Nd:YAG-Laser
Vielseitiger Laser mit 1.064 Nanometern. Dringt tief ein — geeignet für Gefäße und dunklere Hauttypen.
Nekrose
Absterben von Gewebe durch unterbrochene Durchblutung — die Folge, die eine unbehandelte Gefäßkomplikation nimmt.
Nickelallergie
Die häufigste Kontaktallergie überhaupt. Prognose schlecht, weil das Metall allgegenwärtig ist.
No-Touch-Area
Körperareale, die bei der Laserepilation wegen Verletzungsgefahr nicht behandelt werden.

O

Off-Label-Use
Anwendung eines zugelassenen Arzneimittels außerhalb des genehmigten Anwendungsgebiets. Erlaubt, aber aufklärungspflichtig.
Olsen-Klassifikation
Dreistufige klinische Einteilung aktinischer Keratosen nach Dicke und Verhornung. Die Leitlinie hält sie inzwischen für prognostisch nicht ausreichend validiert.
Ophthalmorosazea
Beteiligung der Augen bei Rosazea. Eigenes Schlagwort der Leitlinie — und häufig übersehen.

P

Patientenberichtete Messinstrumente
Fragebögen, die Betroffene selbst ausfüllen. Die Leitlinie verlangt sie für Lebensqualität und Schmerz — nicht ersatzweise, sondern zusätzlich.
Perineuralscheideninfiltration
Einwachsen eines Tumors entlang der Nervenscheiden. Beim Plattenepithelkarzinom ein ungünstiger prognostischer Faktor und Anlass zur Bestrahlung.
Permethrin
Antiparasitikum, das bei Rosazea vermutlich über dieselbe Schiene wirkt wie Ivermectin.
Pharmakovigilanz
Die laufende Überwachung von Arzneimitteln nach der Zulassung. Erst hier zeigen sich seltene Risiken.
Photopatchtest
Epikutantest mit zusätzlicher UVA-Bestrahlung — für Stoffe, die erst unter Licht allergen werden.
Phototoxisch oder photoallergisch
Zwei Reaktionen auf Substanz plus Licht, die verschieden verlaufen. Der Zeitverlauf über 72 Stunden trennt sie.
Plattenepithelkarzinom der Haut
Zweithäufigster Hautkrebs, entsteht meist aus aktinischen Keratosen. Der wichtigste Risikofaktor ist das Vorhandensein von aktinischen Keratosen selbst.
Platysma
Flächiger Muskel unter der Halshaut. Seine Stränge erzeugen die senkrechten Bänder am Hals.
Postinflammatorische Hyperpigmentierung
Dunkle Verfärbung nach einer Entzündung oder Behandlung. Die häufigste unerwünschte Folge energiebasierter Verfahren.
Prick-zu-Prick-Test
Hauttest mit dem Originalmaterial statt mit einem Extrakt. Methode der Wahl bei frischen Lebensmitteln.
Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention
Drei Ziele, je nachdem, ob jemand noch gesund, bereits erkrankt oder schwer erkrankt ist. Die Einteilung bestimmt, was eine Maßnahme leisten soll.
Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention
Drei Ebenen der Vorbeugung — je nach Punkt im Krankheitsverlauf.
Probebiopsie
Entnahme eines Gewebeteils statt der ganzen Läsion. Bei Melanomverdacht nur in klar benannten Ausnahmefällen.
Probebiopsie beim Melanomverdacht
Wenn ausnahmsweise nur ein Teil entnommen wird, entscheidet die Kommunikation mit der Pathologie über die Verwertbarkeit.
Probeentnahme
Gewebeentnahme zur histologischen Sicherung. Die Leitlinie nennt drei geeignete Verfahren.
Probelaserung
Behandlung einer kleinen Teststelle vorab, um das Pigmentierungsrisiko einzuschätzen.
Prognosefaktoren bei Alopecia areata
Die S3-Leitlinie trennt sauber zwischen Faktoren mit Studienbeleg und solchen, für die nur Expertenmeinung vorliegt. Bei manchen widersprechen sich beide.
Prostaglandin-F2α-Analoga am Haar
Ursprünglich Glaukommittel, heute Wimpernwuchsmittel. Für die Kopfhaut spricht die S3-Leitlinie eine klare Negativempfehlung aus.
Proteinkontaktdermatitis
Ekzem durch Proteine statt durch kleine Chemikalien. Der Epikutantest bleibt hier häufig negativ — man braucht andere Tests.
Protoporphyrin IX
Körpereigener Farbstoff, der sich nach Auftragen einer Vorstufe in veränderten Zellen anreichert. Grundlage jeder photodynamischen Therapie.
Pseudofolliculitis barbae
Entzündliche Reaktion auf einwachsende Barthaare nach der Rasur. Betrifft besonders krauses Haar.
Psychologische Unterstützung bei Alopecia areata
Zwei der stärksten Empfehlungen der ganzen S3-Leitlinie betreffen nicht die Haare, sondern das Gespräch darüber.
Pulpitis sicca
Ekzem, das auf die Fingerkuppen beschränkt bleibt. Ein eigener klinischer Subtyp des Handekzems — und im Alltag besonders behindernd.
Purpura
Bläulich-rote Verfärbung durch ausgetretenes Blut. Nach Gefäßlaserbehandlungen eine erwartbare Begleiterscheinung.

Q

Qualitätsindikator
Eine messbare Kennzahl, mit der sich prüfen lässt, ob eine Leitlinie tatsächlich umgesetzt wird. Zähler, Nenner, Qualitätsziel.

R

R-Klassifikation
Angabe, ob nach einer Tumoroperation mikroskopisch noch Tumorgewebe nachweisbar ist. Entscheidet über die Notwendigkeit weiterer Behandlung.
Rasur bei Rosazea
Die Leitlinie empfiehlt bei Rosazea die Trockenrasur — und benennt damit eine Frage, die bei Männern fast nie gestellt wird.
Rauchen und Übergewicht bei Hidradenitis suppurativa
Die Leitlinie führt beide als Faktoren, deren Zusammenhang mit dem Schweregrad nachgewiesen ist.
Reihenfolge der UV-Schutzmaßnahmen
Die Leitlinie legt eine Rangfolge fest: erst Exposition vermeiden, dann Kleidung, erst danach Sonnenschutzmittel. Genau umgekehrt zur Werbung.
Rekapillarisierungszeit
Die Zeit, bis sich weggedrückte Haut wieder rötet. Das einfachste Maß für die Durchblutung — und der Verlaufsparameter bei Fillerkomplikationen.
Rekonstitution
Das Auflösen des Botulinumtoxin-Pulvers in Kochsalzlösung vor der Injektion.
Relatives Risiko
Das Verhältnis zweier Risiken. Sagt, um welchen Faktor sich etwas ändert — nicht, um wie viel.
Retinisierung
Die Phase mit Rötung und Schuppung zu Beginn einer Retinoid-Behandlung. Erwartbar, nicht Zeichen einer Unverträglichkeit.
Rhinophym
Knotige Verdickung der Nasenhaut durch Talgdrüsenwucherung. Eine Spätform der Rosazea, die fast nur Männer betrifft.
Risikofaktoren für das Melanom
Die Leitlinie nennt vier erworbene Risikofaktoren — bei 100 Prozent Konsens.
Risikokompensation beim Sonnenschutz
Der Effekt, dass Sonnenschutzmittel die Zeit in der Sonne verlängern statt die Dosis zu senken. Die Leitlinie widerspricht dem ausdrücklich.
Rosacea papulopustulosa
Die entzündliche Form der Rosazea mit Papeln und Pusteln. Zielbild der zugelassenen Topika.
Rosazea
Chronisch-entzündliche Gesichtserkrankung mit Rötung, Gefäßerweiterungen sowie Papeln und Pusteln. Bei Männern häufiger schwer verlaufend.
Rote-Hand-Brief
Behördlich abgestimmtes Schreiben, mit dem Hersteller Fachkreise über neu erkannte Arzneimittelrisiken informieren.
Rubinlaser
Ältester dermatologischer Laser mit 694 Nanometern. Bei Pigmentflecken mit starker Empfehlung.
Rubinlaser zur Haarentfernung
Ein Fall, in dem die Leitlinie ein bestimmtes Gerät für eine bestimmte Aufgabe ausdrücklich ablehnt.

S

SALT-Score
Misst den Anteil der haarlosen Kopfhaut in Prozent. Er entscheidet in der Leitlinie darüber, welche Therapie überhaupt zur Debatte steht.
Schatten als Schutzmaßnahme
Von Pausenplätzen bis zur Stadtplanung: Die Leitlinie behandelt Schatten als bauliche und organisatorische Aufgabe, nicht als Zufall.
Schutzhandschuhe
Notwendige Schutzausrüstung — und zugleich eine eigene Quelle von Kontaktallergien.
Sekundäre Wundheilung
Die Wunde wird offen gelassen und heilt aus der Tiefe. Bei Hidradenitis suppurativa mit deutlich niedrigerer Rezidivrate als der Direktverschluss.
Selbstuntersuchung der Haut
Regelmäßige eigene Kontrolle. Die einzige Maßnahme, die lebenslang und ohne Termin funktioniert.
Selektive Photothermolyse
Das Grundprinzip der Lasermedizin: eine Zielstruktur gezielt zerstören, ohne das Gewebe daneben zu schädigen.
Sensitivität und Spezifität
Die zwei Kennzahlen jedes diagnostischen Tests. Ein Test kann nur auf Kosten der einen die andere verbessern.
Septum orbiculare
Bindegewebige Trennwand der Augenhöhle. Ihre Überschreitung ist der Mechanismus der Lidptose.
Sequenzielle digitale Dermatoskopie
Dermatoskopie mit gespeicherten Bildern im Zeitverlauf. Findet Melanome, die im Einzelbild keine Malignitätskriterien zeigen.
Serotyp
Die Variante des Botulinumtoxins. Sieben sind bekannt (A bis G); sie unterscheiden sich in Wirkstärke und Wirkdauer.
Shedding
Vorübergehend verstärkter Haarausfall zu Beginn einer Haartherapie — häufig missverstanden als Beweis der Unwirksamkeit.
Sicherheitsabstand beim Melanom
Nach der Diagnose richtet sich der Abstand nach der Tumordicke: 1 cm oder 2 cm. Beide mit 100 Prozent Konsens.
SNAP-25
Das Fusionsprotein, das Botulinumtoxin Typ A zerschneidet. Seine Neubildung bestimmt, wann die Wirkung endet.
Solarium
Künstliche UV-Bestrahlung zu kosmetischen Zwecken. Die Zahlen der Leitlinie sind eindeutig.
Sonnenbrand
Akute UV-Schädigung der Haut. Die Leitlinie nennt seine Vermeidung als eigene Empfehlung.
Sonnenbrille
Teil des UV-Schutzes, nicht Zubehör. Die Leitlinie widmet ihr eigene Empfehlungen — auch für Beschäftigte im Freien.
Sonnenschutz in der Kindheit
Die Sonnenbrände, die das Melanomrisiko prägen, entstehen früh. Die Evidenzlage ist dennoch differenziert.
Sonnenschutzmittel
Topisches Mittel zur Reduktion der UV-Dosis auf unbedeckter Haut. In der Leitlinie der dritte Schritt des Schutzes, nicht der erste.
Sonnenschutzmittel und Melanomrisiko
Die Leitlinie hält die Datenlage ausdrücklich für widersprüchlich. Ein seltener Fall von belegter Unsicherheit statt einfacher Antwort.
Spalthauttransplantation
Dünne Hautschicht von einer gesunden Stelle deckt einen großen Defekt. Bei Hidradenitis suppurativa nach adäquater Wundkonditionierung empfohlen.
Speywood-Einheit
Die Einheit von AbobotulinumtoxinA. Rund 2,5 Speywood-Einheiten entsprechen einer Einheit Ona- oder IncobotulinumtoxinA.
Spock-Phänomen
Steil nach außen ansteigende Augenbraue nach Stirnbehandlung — benannt nach der Figur aus Star Trek.
Spotgröße
Durchmesser des Laserstrahls auf der Haut. Beeinflusst Eindringtiefe und Gleichmäßigkeit des Ergebnisses.
Spreading
Das Verteilen von Botulinumtoxin über den Injektionsort hinaus. Ursache vieler unerwünschter Wirkungen.
Sprouting
Das Aussprossen neuer Nervenendigungen, mit dem der Körper eine blockierte Synapse vorübergehend umgeht.
Src-Kinase
Intrazelluläres Signalenzym, dessen Aktivität beim Plattenepithelkarzinom erhöht ist. Angriffspunkt von Tirbanibulin.
Striae distensae
Dehnungsstreifen. Histologisch Narben — und in der weißlichen Spätform schwer behandelbar.
Submentales Fettpolster
Das Fettdepot unterhalb des Kinns. Einziges zugelassenes Anwendungsgebiet für injizierbare Deoxycholsäure.
Subtypen des Handekzems
Vier ätiologische und vier klinische Subtypen, die sich mischen und im Verlauf ändern können. Die Leitlinie verlangt die Einordnung mit starker Empfehlung.
Synthetische Gerbstoffe
Adstringierende Wirkstoffe. Basistherapie bei nässenden und bläschenbildenden Ekzemen.
Systemische Kortikosteroide bei Alopecia areata
Wirken schnell, aber nicht dauerhaft. Die Leitlinie empfiehlt die gepulste Gabe — und bei Kindern liegt die Rückfallquote bei 63 Prozent.

T

Teleangiektasie
Dauerhaft erweiterte kleine Hautgefäße. Häufig im Gesicht, oft im Zusammenhang mit Rosazea.
Teledermatologie
Beurteilung von Hautveränderungen aus der Ferne. Die Leitlinie nennt sie als offene Option — mit Empfehlungsgrad 0.
Textiler Sonnenschutz
Kleidung, Hut und Schatten stehen in der Leitlinie vor der Sonnencreme — nicht daneben.
Thermische Relaxationszeit
Die Zeit, die eine Zielstruktur braucht, um die Hälfte der aufgenommenen Wärme abzugeben. Sie bestimmt die zulässige Impulsdauer.
Thulium-Laser
Nicht-ablativer Laser mit 1.927 Nanometern. Bei Melasma mit geringer Energie eine Option.
Toll-like-Rezeptor 7
Rezeptor des angeborenen Immunsystems. Sein gezielter Anstoß ist der Wirkmechanismus von Imiquimod.
Topische JAK-Inhibitoren bei Alopecia areata
Was oral wirkt, wirkt auf der Haut nicht. Die S3-Leitlinie spricht eine Negativempfehlung in der stärksten Form aus.
Trichoskopie
Dermatoskopie von Kopfhaut, Haarfollikeln und Haarschäften. Sie trennt vernarbenden von nicht vernarbendem Haarausfall — ohne Schnitt.
Triggerfaktoren der Rosazea
Die Leitlinie listet elf Faktoren, die für die Entstehung einer Rosazea verantwortlich gemacht werden.
Tumordicke nach Breslow
Die in Millimetern gemessene Eindringtiefe eines Melanoms. Wichtigster Prognosefaktor im Frühstadium.
Tunnel bei Hidradenitis suppurativa
Epithelisierte Gänge unter der Haut, die Abszesse verbinden. Sie heilen nicht spontan und wiegen im Schweregrad am schwersten.

U

Ulzeration
Aufbruch der Tumoroberfläche. Verschlechtert die Prognose und geht in die Klassifikation ein.
UV-Filter
Mineralisch oder organisch — die beiden Gruppen unterscheiden sich in Verträglichkeit, Photostabilität und Eindringverhalten.
UV-Index
Maßzahl für die sonnenbrandwirksame UV-Bestrahlungsstärke. Die Leitlinie knüpft konkrete Verhaltensregeln daran.
UV-Schutz bei Immunsuppression
Für Organtransplantierte gilt die stärkste Sonnenschutzempfehlung der Leitlinie — samt Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels.
UVA und UVB
Zwei Anteile der UV-Strahlung mit unterschiedlicher Eindringtiefe und Wirkung.
UVA1 und PUVA bei Alopecia areata
Zwei Lichttherapien, von denen die S3-Leitlinie abrät. Bei PUVA reichte es nicht einmal für einen starken Konsens.

V

Vaskuläre Okklusion
Verschluss eines Blutgefäßes durch Filler — die schwerwiegendste Komplikation der Unterspritzung, mit einem Zeitfenster von Stunden.
Verhaltens- und Verhältnisprävention
Der Unterschied zwischen "anders verhalten" und "Bedingungen ändern".
Verhaltensprävention
Prävention über die Anleitung zur Verhaltensänderung — im Gegensatz zur Anpassung der Verhältnisse. Wirksam, aber die schwächere der beiden Hebel.
Vitamin D und Sonnenschutz
Der häufigste Einwand gegen konsequenten Sonnenschutz. Die Leitlinie behandelt ihn als potenzielle Nebenwirkung.
Vulkanisationsbeschleuniger
Chemische Zusätze in Gummiprodukten. Häufige Ursache allergischer Kontaktekzeme durch Schutzhandschuhe.

W

Wächterlymphknoten
Der erste Lymphknoten im Abflussgebiet eines Tumors. Seine Untersuchung bestimmt das Stadium.
Wächterlymphknotenbiopsie — Indikation
Ab welcher Tumordicke die Leitlinie die Biopsie verlangt: 1,0 mm. Empfehlungsgrad A, Level of Evidence 1a.
Wann eine systemische Therapie bei Alopecia areata
Die S3-Leitlinie nennt fünf Situationen, in denen Erwachsenen eine systemische Therapie angeboten werden sollte. Eine davon ist reiner Leidensdruck.
Wellenlänge
Bestimmt, welche Struktur in der Haut die Laserenergie aufnimmt und wie tief sie eindringt.
Wiederholter offener Applikationstest
Ein verdächtiges Produkt wird über Tage mehrfach offen auf dieselbe Stelle aufgetragen. Der Test, der der echten Anwendung am nächsten kommt.

Z

Zulassung und CE-Kennzeichnung
Der Unterschied, der erklärt, warum Geräteverfahren schneller auf den Markt kommen als Medikamente.
Zweitmelanom
Ein weiteres, unabhängiges Melanom. Der Grund, warum Nachsorge über das Rezidivrisiko hinausgeht.