Lexikon · Klinik
Solarium
Künstliche UV-Bestrahlung zu kosmetischen Zwecken. Die Zahlen der Leitlinie sind eindeutig.
Auch: Sonnenbank · künstliche UV-Bestrahlung
Die S3-Leitlinie zur Hautkrebsprävention empfiehlt die Nutzung von Solarien grundsätzlich nicht. Sie referiert dazu die Bewertung der WHO: Der Gebrauch von Solarien ist mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko assoziiert, und dieses Risiko steigt mit der Zahl der Besuche und mit einer erstmaligen Nutzung in jungem Alter.
Die Zahlen im Einzelnen:
| Konstellation | Risikoerhöhung |
|---|---|
| Erstnutzung vor dem 35. Lebensjahr | Melanomrisiko +60 % (RR 1,87; 95 %-KI 1,41–2,48; 13 Studien) |
| Jeder zusätzliche Besuch pro Jahr | Hautkrebsrisiko +1,8 % (RR 1,018) |
| Erstnutzung vor dem 25. Lebensjahr | Plattenepithelkarzinom +102 % (RR 2,02) |
| Erstnutzung vor dem 25. Lebensjahr | Basalzellkarzinom +40 % |
Einordnung
In Deutschland ist die Nutzung von Solarien für Minderjährige gesetzlich verboten. Die Zahlen oben erklären, warum: Das Risiko hängt maßgeblich vom Alter bei Erstnutzung ab.
Für ein Magazin über ästhetische Medizin ist die Botschaft unbequem, aber eindeutig: Gebräunte Haut aus dem Solarium ist keine Alternative zu einem ästhetischen Verfahren — sie ist ein Risikofaktor für genau die Diagnosen, die später eine Behandlung erforderlich machen.