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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Klinik

Sonnenschutz in der Kindheit

Die Sonnenbrände, die das Melanomrisiko prägen, entstehen früh. Die Evidenzlage ist dennoch differenziert.

Auch: UV-Schutz Kinder

Das maligne Melanom tritt laut Leitlinie unter anderem aufgrund intermittierender UV-Exposition und schwerer Sonnenbrände in Kindheit und Jugend auf. Damit ist die Kindheit das Zeitfenster, in dem ein wesentlicher Teil des späteren Risikos entsteht.

Die empfohlene Rangfolge der Maßnahmen ist auch hier eindeutig: Schatten, geeignete Kleidung, Kopfbedeckung und Augenschutz beziehungsweise Sonnenbrille — und schließlich, als zusätzliche Maßnahme, Sonnenschutzmittel auf freibleibenden Hautflächen.

Die differenzierte Evidenzlage

Die Leitlinie referiert zwei Arbeiten, die unterschiedliche Antworten geben:

Gallagher et al. (2000) zeigten in einer randomisierten kontrollierten Studie, dass die Anzahl der Nävi bei Kindern mit heller Haut durch umfassenden Gebrauch von Sonnenschutzmitteln vermindert werden kann — statistisch signifikant bei Kindern mit Sommersprossen.

Das systematische Review von de Maleissye et al. (2013) kam dagegen zu dem Ergebnis, dass es bisher keine Evidenz gibt, die einen protektiven Effekt von Sonnenschutzmitteln auf die Entstehung melanozytärer Nävi bei Kindern belegt.

Beides steht nebeneinander in der Leitlinie. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass „die Studienlage” selten eindeutig ist — und dass die primäre Empfehlung deshalb nicht auf der Creme liegt, sondern auf Schatten und Kleidung.