Lexikon · Klinik
Androgenetische Alopezie
Die häufigste Form des Haarausfalls beim Mann. Anlagebedingte Verkleinerung der Haarfollikel unter Einfluss von DHT.
Auch: AGA · erblich bedingter Haarausfall
Bei der androgenetischen Alopezie verkleinern sich genetisch empfindliche Haarfollikel schrittweise unter dem Einfluss von Dihydrotestosteron (DHT). Aus kräftigem Terminalhaar wird über mehrere Zyklen dünnes, kurzes Vellushaar; am Ende stellt der Follikel die Produktion ein.
Typisch ist das Muster: zurückweichender Haaransatz an den Schläfen, Lichtung am Wirbel. Der Hinterkopf bleibt meist verschont — der Grund, warum von dort Transplantate entnommen werden.
Zur Leitlinienlage: Die deutsche AWMF-Leitlinie trägt die Registernummer 013-064, ist als S1 eingestuft — der untersten Entwicklungsstufe ohne systematische Evidenzaufbereitung — und ist seit dem 30. Mai 2019 abgelaufen; sie befindet sich in Überarbeitung. Es gibt derzeit also kein gültiges deutschsprachiges Leitliniendokument zu diesem Thema. Wer eine „S3-Leitlinie“ zur androgenetischen Alopezie zitiert findet, liest eine Falschangabe.
Zugelassen zur Behandlung sind topisches Minoxidil und Finasterid 1 mg.