Lexikon · Technik
Konfokale Laserscanningmikroskopie
Mikroskopie der lebenden Haut bis rund 250 Mikrometer Tiefe. Kann die Rate unnötiger Operationen senken.
Auch: CLSM · konfokale Lasermikroskopie · In-vivo-Mikroskopie
Das Statement
Level of Evidence 2A, Konsensstärke 95 %, neu aufgenommen 2018:
Die konfokale Lasermikroskopie kann die Unterscheidung zwischen malignen Melanomen, dysplastischen Nävi und anderen pigmentierten Läsionen verbessern und die Rate unnötiger Operationen reduzieren.
Wie sie funktioniert
Statt einer konventionellen Lichtquelle nutzt das Verfahren einen Laserstrahl zur punktweisen Abrasterung. Die Bildgebung beruht auf der Reflektanz — der Reflexion und Streuung von Licht in den untersuchten Gewebsabschnitten.
Die Leistungsdaten laut Leitlinie:
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Beurteilbare Tiefe | Epidermis und obere Dermis, bis ca. 250 μm |
| Laterale Auflösung | 1–2 μm |
| Axiale Auflösung | 3–5 μm |
Das ist Zellauflösung — an der lebenden Haut, ohne Schnitt.
Die Zahlen aus der Meta-Analyse
In einer von drei ausgewerteten Meta-Analysen (Stevenson) wurden fünf histologisch kontrollierte Studien mit 909 Läsionen einbezogen. Pro Läsion:
- Sensitivität 93 % (95-%-KI 89–96)
- Spezifität 76 % (95-%-KI 68–83)
Die Rate der histologisch nachgewiesenen Melanome lag zwischen 29 und 37 %.
Warum „unnötige Operationen” der eigentliche Punkt sind
Eine Sensitivität von 93 % ist gut, aber nicht der Grund für den Einsatz. Der Grund ist die Spezifität: Jede verdächtige Läsion, die nicht herausgeschnitten werden muss, ist eine Narbe weniger — und im Gesicht ist das ein relevantes Ergebnis.
Die Grenze
250 μm. Was tiefer liegt, sieht das Verfahren nicht. Bei knotigen oder dickeren Läsionen bleibt die Histologie unersetzt.