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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Recht und Zulassung

Sensitivität und Spezifität

Die zwei Kennzahlen jedes diagnostischen Tests. Ein Test kann nur auf Kosten der einen die andere verbessern.

Auch: Testgüte · Trefferquote

Die Definitionen

Sensitivität — der Anteil der tatsächlich Erkrankten, die der Test findet. Eine hohe Sensitivität heißt: wenig Übersehenes.

Spezifität — der Anteil der tatsächlich Gesunden, die der Test korrekt als gesund erkennt. Eine hohe Spezifität heißt: wenig falscher Alarm.

Das Beispiel

Für die konfokale Lasermikroskopie nennt die S3-Leitlinie Melanom aus einer Meta-Analyse mit 909 Läsionen:

KennwertWert95-%-KI
Sensitivität93 %89–96
Spezifität76 %68–83

Gelesen: Von hundert Melanomen findet das Verfahren rund 93. Von hundert harmlosen Läsionen stuft es rund 24 fälschlich als verdächtig ein.

Der unvermeidliche Zielkonflikt

Jeder Test hat eine Entscheidungsschwelle. Wer sie senkt, findet mehr Erkrankte und produziert mehr Fehlalarme. Wer sie anhebt, tut das Umgekehrte.

In der Krebsfrüherkennung wird die Schwelle bewusst niedrig gesetzt: Ein übersehenes Melanom wiegt schwerer als eine unnötige Exzision. Der Preis sind Eingriffe an Läsionen, die harmlos waren.

Warum das die Debatte um Screening erklärt

Wer für Früherkennung argumentiert, zitiert die Sensitivität. Wer davor warnt, zitiert die Folgen der begrenzten Spezifität: Überdiagnose, Übertherapie, Verunsicherung.

Beide zitieren dieselbe Studie. Deshalb verlangt die S3-Leitlinie zur Prävention eine Aufklärung nach dem Maßstab der informierten Entscheidung — die befähigen soll, sich „für oder gegen” die Teilnahme zu entscheiden.

Wozu der Zusatz „Rate unnötiger Operationen”

Genau deshalb hebt die Melanom-Leitlinie bei der konfokalen Lasermikroskopie hervor, dass sie „die Rate unnötiger Operationen reduzieren” kann. Der Gewinn liegt hier auf der Spezifitätsseite.