Lexikon · Technik
Teledermatologie
Beurteilung von Hautveränderungen aus der Ferne. Die Leitlinie nennt sie als offene Option — mit Empfehlungsgrad 0.
Auch: Telemedizin in der Dermatologie · Hautarzt-App
Die Empfehlung
Konsensbasierte Empfehlung, Empfehlungsgrad 0 („kann”):
Zur Beurteilung von benignen und malignen Hauttumoren kann die Teledermatologie eingesetzt werden.
Was das „kann” bedeutet
Es bedeutet: eine Option, keine Empfehlung. Die Leitlinie stellt die Teledermatologie damit ausdrücklich nicht auf eine Stufe mit der Ganzkörperinspektion, für die Empfehlungsgrad A gilt.
Der Unterschied ist nicht die Bildqualität, sondern der Umfang. Ein hochgeladenes Foto zeigt die Stelle, die auffällt. Die Ganzkörperinspektion findet die Stelle, die nicht auffällt — und das ist der eigentliche Zweck der Früherkennung.
Wofür es taugt
Für die Beurteilung einer konkreten, bereits bemerkten Veränderung. Als Triagierung. Als Zweitmeinung bei bekanntem Befund.
Wofür es nicht taugt
Als Ersatz für die Untersuchung des ganzen Körpers. Wer eine App nutzt und danach den Screeningtermin absagt, hat den Zweck verfehlt.
Was die Leitlinie zu automatisierter Analyse sagt
Zu einem verwandten Verfahren wird sie deutlicher. Als evidenzbasiertes Statement:
Die spektralphotometrische Analyse von pigmentierten Läsionen hat keine Verbesserung der Sensitivität und Spezifität in der Melanom-Diagnostik zeigen können.