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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Wirkstoffe

Nahrungsergänzung zur Hautkrebsprävention

Selen, Vitamin A und Beta-Karotin: Die Leitlinie spricht sich mit dem höchsten Empfehlungsgrad ausdrücklich dagegen aus.

Auch: Selen · Beta-Karotin · Vitamin A

Die Empfehlung

Empfehlungsgrad A, Level of Evidence 1++ bis 1+, Konsensstärke 100 %:

Nahrungsergänzung mit Selen, Vitamin A und Beta-Karotin soll nicht als Maßnahme zur Hautkrebsprävention empfohlen werden.

Gestützt unter anderem auf eine Meta-Analyse.

Warum das so deutlich ausfällt

Konsensstärke 100 % bedeutet: kein einziger Widerspruch in der Abstimmung. Bei einer negativen Empfehlung mit dem höchsten Grad ist das ein starkes Signal.

Die Vorstellung dahinter ist plausibel — Antioxidantien gegen oxidativen Stress durch UV — und sie hat der Nahrungsergänzungsbranche ein eigenes Segment beschert. Die Studien haben den erhofften Nutzen nicht bestätigt.

Was man daraus nicht ableiten sollte

Die Empfehlung betrifft Nahrungsergänzung zur Hautkrebsprävention. Sie sagt nichts über eine medizinisch begründete Substitution bei nachgewiesenem Mangel.

Für Vitamin D formuliert dieselbe Leitlinie sogar das Gegenteil, wenn auch eng begrenzt: Bei Personen mit hohem Hautkrebsrisiko, die konsequenten Sonnenschutz betreiben, „sollte der Vitamin-D-Spiegel überprüft und Vitamin D gegebenenfalls substituiert werden”.

Der praktische Punkt

Wer in einer Apotheke oder online ein Präparat findet, das mit „Sonnenschutz von innen” oder „Hautschutz-Kapseln” wirbt: Die deutsche S3-Leitlinie rät für die genannten Stoffe ausdrücklich davon ab. Das Geld ist im ersten Fall besser in ein Hemd investiert.