Lexikon · Recht und Zulassung
Meta-Analyse
Die statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. Ihr Wert hängt daran, wie gut die Studien zusammenpassen.
Auch: Systematische Übersichtsarbeit · Heterogenität I²
Was sie ist
Eine systematische Übersichtsarbeit sammelt alle Studien zu einer Frage nach vorher festgelegten Kriterien. Eine Meta-Analyse rechnet ihre Ergebnisse zu einem Gesamtwert zusammen.
Der Gewinn: mehr Fälle, engere Konfidenzintervalle, belastbarere Aussagen. Das ist der Grund, warum Meta-Analysen in der Evidenzhierarchie oben stehen.
Die Kennzahl, die man mitlesen muss
I² — die Heterogenität. Sie gibt an, wie stark die Ergebnisse der eingeschlossenen Studien voneinander abweichen, über den Zufall hinaus.
Im Beispiel der lasergestützten photodynamischen Therapie nennt die S3-Leitlinie: relatives Risiko 1,33; 95-%-KI 1,24–1,42; I² = 25 %; p < 0,01.
25 % ist niedrig. Die zusammengefassten Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen — der Gesamtwert ist deshalb aussagekräftig.
Warum hohe Heterogenität ein Problem ist
Wenn Studien stark unterschiedliche Ergebnisse liefern, mittelt eine Meta-Analyse Dinge zusammen, die möglicherweise nicht zusammengehören: andere Populationen, andere Dosierungen, andere Endpunkte. Der Mittelwert beschreibt dann keine reale Situation.
Was eine Meta-Analyse nicht repariert
Die Qualität der Einzelstudien. Fasst man zehn schlecht durchgeführte Studien zusammen, bekommt man ein präziseres Ergebnis derselben Verzerrung.
Deshalb weisen Leitlinien Herabstufungen aus. Die AK/PEK-Leitlinie hält etwa zu einer Einzelstudie fest, deren Evidenzniveau „aufgrund des offenen, unverblindeten Designs auf Evidenzlevel 3 herabgestuft” wurde.