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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Recht und Zulassung

Relatives Risiko

Das Verhältnis zweier Risiken. Sagt, um welchen Faktor sich etwas ändert — nicht, um wie viel.

Auch: RR · Risikoverhältnis

Die Definition

Das Risiko in der einen Gruppe geteilt durch das Risiko in der anderen.

  • RR = 1 — kein Unterschied
  • RR > 1 — das Ereignis ist in der ersten Gruppe häufiger
  • RR < 1 — es ist seltener

Das Beispiel aus der Leitlinie

Für die lasergestützte photodynamische Therapie gegenüber der PDT-Monotherapie nennt die S3-Leitlinie zur aktinischen Keratose ein relatives Risiko von 1,33 (95-%-KI 1,24–1,42; I² = 25 %; p < 0,01) für die Clearance.

Gelesen: Die Wahrscheinlichkeit einer Abheilung war unter der Kombination das 1,33-Fache.

Die Falle

Ein relatives Risiko sagt nichts über die absolute Größenordnung. Eine Verdopplung eines Risikos von 1 zu 100.000 ist eine Verdopplung — und praktisch belanglos. Eine Verdopplung eines Risikos von 30 % ist etwas völlig anderes.

Genau darauf beruht ein großer Teil irreführender Gesundheitskommunikation: relative Zahlen für den Nutzen, absolute für das Risiko.

Der ehrliche Fall

Die AK/PEK-Leitlinie nennt beim Ingenolmebutat absolute Zahlen: 3,3 % gegenüber 0,4 % Plattenepithelkarzinom-Inzidenz. Als relatives Risiko wäre das ein Faktor von über acht — dramatischer klingend, aber weniger informativ.

Wer beides angibt, will informieren. Wer nur eines angibt, hat meist eine Präferenz.