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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Wirkstoffe

Atrophogenes Potenzial

Die Neigung eines topischen Glukokortikoids, die Haut dünner zu machen. Die Leitlinie verlangt Präparate, bei denen sie gering ist.

Auch: Hautverdünnung durch Kortison

Die Empfehlung

S2k-Leitlinie Handekzem, starke Empfehlung (↑↑, 100 % Zustimmung):

Es sollen topische Glukokortikoide mit geringem atrophogenem Potenzial verwendet werden.

Was die Nebenwirkungen steuert

Die Leitlinie nennt fünf Faktoren:

  • die Wirkstärke des Präparats
  • die verwendete Menge
  • die Behandlungsdauer
  • die Häufigkeit der Anwendung
  • die anatomische Lokalisation

Die Klasse allein sagt also wenig. Ein starkes Präparat, kurz und gezielt eingesetzt, kann schonender sein als ein schwaches über Monate.

Warum die Lokalisation zählt

Weil die Hornschicht unterschiedlich dick ist. Handflächen vertragen deutlich mehr als Gesicht, Hals oder Beugen. Dieselbe Creme ist an der Handinnenfläche angemessen und im Gesicht ein Fehler.

Der Gegenspieler

Die Leitlinie nennt die Kombination als Weg, die Nebenwirkungen zu senken:

Auf Grundlage klinischer Erfahrungen kann eine abwechselnde oder kombinierte Behandlung mit einem topischen Glukokortikosteroid und einem topischen Calcineurin-Inhibitor in Betracht gezogen werden, um unerwünschte Wirkungen zu verringern.

Calcineurin-Inhibitoren wie Tacrolimus wirken entzündungshemmend, ohne die Haut zu verdünnen.

Die Umkehrung, an die selten gedacht wird

Ein allergisches Kontaktekzem, das durch ein topisches Glukokortikosteroid oder dessen Vehikel verursacht wird, sollte in Betracht gezogen werden, wenn ein HE nicht auf eine topische Behandlung anspricht oder diese ggf. sogar zu einer Verschlechterung des Hautbefundes führt.

Die Salbe selbst kann das Problem sein — nicht der Wirkstoff, sondern die Grundlage.