- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Äußerliche Anwendung
Handekzem — topische Glukokortikoide
Kurzzeitige Erstlinientherapie, nach Schweregrad klassengerecht dosiert. Die Klassenzuordnung steht in der Leitlinie.
Auch: Kortisonbehandlung der Hände
- Wirkprinzip
- Glukokortikoide drosseln die Transkription entzündungsfördernder Gene und unterbrechen damit die Ekzemreaktion. Die Wirkstärke wird in vier Klassen eingeteilt; die Leitlinie ordnet sie dem Schweregrad zu.
- Körperregion
- Hände
- Sitzungen
- Kurzzeitig als Erstlinie; zur Erhaltung intermittierend
- Ausfallzeit
- Keine
- Wirkdauer
- Rezidive sind ohne Vermeidung der Auslöser die Regel
- Hauptrisiko
- Hautatrophie bei zu langer oder zu häufiger Anwendung
Ungeeignet, wenn: der Befund unter der Anwendung schlechter wird — dann kommt eine Kontaktallergie gegen das Steroid oder sein Vehikel in Betracht.
Die Klassenzuordnung
S2k-Leitlinie Handekzem, starke Empfehlung (↑↑, 100 % Zustimmung):
| Schweregrad | Bevorzugte Klasse |
|---|---|
| leichtes Handekzem | Klasse II |
| moderates Handekzem | Klasse II–III |
| schweres bis sehr schweres Handekzem | Klasse III, kurzfristig auch Klasse IV |
Ausdrücklich als kurzzeitige Erstlinientherapie.
Zur Erhaltung
Offene Empfehlung (0, 100 % Zustimmung):
Zur Erhaltungstherapie kann eine intermittierende Behandlung mit topischen Glukokortikoiden (bevorzugt Klasse II oder III) eingesetzt werden.
Die Auswahl innerhalb der Klasse
Starke Empfehlung (↑↑, 100 % Zustimmung):
Es sollen topische Glukokortikoide mit geringem atrophogenem Potenzial verwendet werden.
Innerhalb derselben Wirkstärkeklasse unterscheiden sich Präparate erheblich darin, wie stark sie die Haut verdünnen. Die Klasse allein ist also keine vollständige Auswahlregel.
Was das Nebenwirkungsrisiko bestimmt
Die Leitlinie nennt fünf Faktoren: Wirkstärke, verwendete Menge, Behandlungsdauer, Anwendungshäufigkeit und anatomische Lokalisation. Die Handinnenfläche hat die dickste Hornschicht des Körpers — dieselbe Klasse wirkt dort deutlich anders als im Gesicht.
Wenn es nicht wirkt
Die Leitlinie nennt eine Möglichkeit, an die selten gedacht wird: ein allergisches Kontaktekzem gegen das Steroid selbst oder dessen Vehikel. Zu erwägen ist das, wenn ein Handekzem nicht auf die topische Behandlung anspricht oder sich unter ihr sogar verschlechtert.
Die Kombination
Auf Grundlage klinischer Erfahrungen kann eine abwechselnde oder kombinierte Behandlung mit einem topischen Glukokortikosteroid und einem topischen Calcineurin-Inhibitor in Betracht gezogen werden, um unerwünschte Wirkungen zu verringern.