- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Wirkstoff
Tacrolimus
Topischer Calcineurin-Inhibitor. Beim Handekzem eine offene Option für die Kurzzeittherapie — ohne das Atrophierisiko der Steroide.
Auch: Protopic · Calcineurin-Inhibitor
- Anwendung
- Äußerlich
- Verschreibung
- Rezeptpflichtig
- Wirkprinzip
- Tacrolimus hemmt Calcineurin und damit die Aktivierung von T-Zellen. Die Entzündungsreaktion wird gedrosselt, ohne dass der Bindegewebsstoffwechsel wie unter Glukokortikoiden gehemmt wird — daher kein Atrophierisiko.
- Dosis
- Salbe 0,1 % für die Kurzzeittherapie beim Handekzem
- Häufige Nebenwirkungen
- Brennen bei den ersten Anwendungen · Wärmegefühl · Verstärkte Empfindlichkeit gegen Alkohol
Ungeeignet, wenn: eine akute Hautinfektion im Behandlungsgebiet vorliegt — die lokale Immunantwort wird gezielt gedämpft.
Die Empfehlung
S2k-Leitlinie Handekzem, offene Empfehlung (0, 100 % Zustimmung, Expertenkonsens):
Tacrolimus-Salbe (0,1 %) kann für die Kurzzeittherapie bei der Behandlung von HE eingesetzt werden.
Für die Erhaltung nennt die Leitlinie zusätzlich die Möglichkeit einer proaktiven Therapie mit Tacrolimus-Salbe.
Die Leitlinie markiert die Substanz an dieser Stelle mit einem Sternchen — ein Hinweis auf die Zulassungssituation, die bei der Verordnung zu prüfen ist.
Der Vorteil gegenüber Kortison
Kein Atrophierisiko. Glukokortikoide hemmen neben der Entzündung auch den Aufbau von Bindegewebe; Calcineurin-Inhibitoren tun das nicht. Deshalb nennt die Leitlinie die Kombination ausdrücklich als Weg, Nebenwirkungen zu senken:
Auf Grundlage klinischer Erfahrungen kann eine abwechselnde oder kombinierte Behandlung mit einem topischen Glukokortikosteroid und einem topischen Calcineurin-Inhibitor in Betracht gezogen werden, um unerwünschte Wirkungen zu verringern.
Was „proaktiv” bedeutet
Nicht: bei Bedarf auf die entzündete Stelle. Sondern: in festem Rhythmus auf die abgeheilte Stelle, um den nächsten Schub zu verhindern. Die Behandlung richtet sich damit gegen das Rezidiv, nicht gegen den Befund.
Was am Anfang passiert
Brennen bei den ersten Anwendungen ist typisch und lässt in der Regel nach einigen Tagen nach. Wer das nicht weiß, setzt die Behandlung nach zwei Tagen ab — und hält sie für unwirksam.