Lexikon · Klinik
Subtypen des Handekzems
Vier ätiologische und vier klinische Subtypen, die sich mischen und im Verlauf ändern können. Die Leitlinie verlangt die Einordnung mit starker Empfehlung.
Auch: HE-Klassifikation
Die Klassifikation
Die S2k-Leitlinie verlangt sie mit starker Empfehlung (↑↑, 94 % Zustimmung):
Ätiologische Subtypen
- irritatives Kontaktekzem
- allergisches Kontaktekzem
- Proteinkontaktdermatitis (mit und ohne Kontakturtikaria)
- atopisches Handekzem
Klinische Subtypen
- hyperkeratotisches Handekzem
- akut rezidivierendes vesikuläres Handekzem
- nummuläres Handekzem
- Pulpitis (Fingerkuppenekzem)
Mischformen — mehr als ein ätiologischer und klinischer Subtyp, zum Beispiel ein kombiniertes irritatives Kontaktekzem und atopisches Handekzem.
Warum zwei Achsen
Weil das Aussehen die Ursache nicht verrät. Die Leitlinie hält fest:
Histologie und Morphologie lassen nur selten eindeutige Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Ätiologie des HE zu. Bei gleicher Ätiologie kann sich die Morphologie im Verlauf der jeweiligen Erkrankung verändern.
Wer nur nach dem Bild geht, behandelt die Erscheinung. Die Ursache — Reizstoff, Allergen, Protein, Atopie — bestimmt aber, was tatsächlich hilft.
Die praktische Folge
Aus der Einordnung folgt, was zu tun ist: „Die Empfehlungen für die Hautpflege und die Aufklärung/Beratung der Patient*innen [variieren] je nach Subtyp.”
Der Sonderfall irritatives Kontaktekzem
Die Leitlinie ist hier deutlich:
Das irritative Kontaktekzem ist eine Ausschlussdiagnose; sie setzt voraus, dass andere Ätiologien, insbesondere ein allergisches Kontaktekzem, ausgeschlossen [wurden].
Wer „das ist nur gereizt” hört, ohne dass getestet wurde, hört eine Vermutung.