Lexikon · Technik
Prick-zu-Prick-Test
Hauttest mit dem Originalmaterial statt mit einem Extrakt. Methode der Wahl bei frischen Lebensmitteln.
Auch: Prick-Prick-Test · Nativtestung
Wie er funktioniert
Zuerst wird mit der Lanzette in das Testmaterial gestochen, dann mit derselben Lanzette in die Haut. Das native Protein wird so direkt übertragen — ohne den Umweg über einen standardisierten Extrakt.
Wofür er gedacht ist
Die S2k-Leitlinie Handekzem nennt ihn ausdrücklich:
Der Prick-zu-Prick-Test ist die Methode der Wahl, wenn ein Test mit frischen Lebensmitteln [erforderlich ist].
Warum ein Extrakt nicht genügt
Weil viele der relevanten Proteine hitze- und lagerungsempfindlich sind. Ein kommerzieller Extrakt kann genau das Eiweiß verloren haben, gegen das jemand reagiert. Ein negativer Extrakttest bei klarer Anamnese ist deshalb kein Ausschluss.
Der Zusammenhang mit dem Handekzem
Die Proteinkontaktdermatitis ist einer der vier ätiologischen Subtypen des Handekzems — und der, den der Epikutantest am häufigsten verfehlt. Die S1-Leitlinie Kontaktekzem hält fest, dass eine Epikutantestung mit proteinhaltigem Material „häufig negativ verläuft”.
Wer in Küche, Gastronomie oder Lebensmittelverarbeitung arbeitet und ein hartnäckiges Handekzem hat, sollte deshalb wissen, dass die Standardtestung allein die Frage nicht beantwortet.
Was zu beachten ist
Die Leitlinie verweist darauf, Testungen entsprechend den Empfehlungen der veröffentlichten Leitlinien durchzuführen, „wobei die Auswaschphasen für topische und systemische Therapien zu beachten sind”. Antihistaminika und topische Steroide können Hauttests unterdrücken.