Lexikon · Klinik
Begleiterkrankungen bei Hidradenitis suppurativa
Die Leitlinie verlangt ein Screening auf Spondyloarthritis, chronisch- entzündliche Darmerkrankung und kardiovaskuläre Risikofaktoren.
Auch: HS-Komorbiditäten
Die Empfehlungen
⇑, Konsens — Gelenke:
Patienten mit HS/AI, die osteoartikuläre Symptome aufweisen, insbesondere Schmerzen im unteren Rücken, sollten auf das Vorliegen einer Spondyloarthritis untersucht werden.
⇑, Konsens — Darm:
HS/AI-Patienten mit gastrointestinalen Symptomen und/oder perianalen Tunneln sollten auf das Vorliegen einer CED gastroenterologisch untersucht werden.
CED steht für chronisch-entzündliche Darmerkrankung.
⇑, Konsens — Herz und Kreislauf:
HS/AI-Patienten sollten auf modifizierbare kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Hypertonus, Diabetes mellitus, körperliche Inaktivität, Rauchen, Übergewicht/Adipositas und Dyslipidämie untersucht und entsprechend beraten werden.
⇑, Konsens — der Rahmen:
Bei der Erstdiagnose der HS/AI und bei Änderung der Symptomatik soll ein angemessenes Screening durchgeführt werden, um eine frühzeitige Erkennung einer möglichen Komorbidität und eine evidenzbasierte Behandlung zu ermöglichen.
Warum das keine Nebensache ist
HS/AI ist keine lokale Hauterkrankung mit lokalen Folgen. Die Liste oben beschreibt eine systemische Entzündung, die sich an mehreren Organen zeigt.
Für Betroffene heißt das konkret: Rückenschmerzen sind hier nicht selbstverständlich vom Sitzen, und wiederkehrende Bauchbeschwerden sind nicht selbstverständlich vom Stress. Beides gehört im Zusammenhang mit der Hauterkrankung genannt — sonst wird es getrennt und jeweils zu spät abgeklärt.