Lexikon · Recht und Zulassung
Interdisziplinäres Hauttumorboard
Die gemeinsame Fallbesprechung mehrerer Fachrichtungen. In der Leitlinie ein eigener Qualitätsindikator.
Auch: Tumorboard · Tumorkonferenz
Was es ist
Eine regelmäßige Konferenz, in der ein Fall von mehreren Fachrichtungen zugleich besprochen wird — Dermatologie, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie, Chirurgie, Onkologie. Die Empfehlung, die dort entsteht, ist eine gemeinsame.
Warum das in der Leitlinie steht
Die S3-Leitlinie Melanom führt die Vorstellung im Hauttumorboard als eigenen Qualitätsindikator (QI 3, seit 2013). Qualitätsindikatoren sind messbare Größen, an denen sich die Umsetzung einer Leitlinie in einer Einrichtung überprüfen lässt:
- Zähler — Patienten, die im interdisziplinären Hauttumorboard vorgestellt werden
- Nenner — die Patientengruppe, für die das vorgesehen ist
Warum die Interdisziplinarität hier zählt
Weil die Entscheidungen beim Melanom an Fächergrenzen liegen. Ob ein Wächterlymphknoten entfernt wird, hängt an einem pathologischen Befund. Ob bestrahlt wird, an einem chirurgischen. Ob eine Systemtherapie beginnt, an Bildgebung und Stadium.
Jede Fachrichtung allein sieht einen Ausschnitt.
Was das für Betroffene bedeutet
Es ist eine legitime Frage im Gespräch: Wurde mein Fall im Tumorboard vorgestellt? Sie unterstellt niemandem etwas — sie fragt nach einem Vorgang, den die Leitlinie selbst als Qualitätsmerkmal definiert.
Bei einem Melanom in einem frühen Stadium ist die Antwort möglicherweise nein, und das kann richtig sein. Bei komplexeren Konstellationen ist sie ein Anhaltspunkt dafür, wie strukturiert eine Einrichtung arbeitet.