Zum Inhalt springen
GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Energiebasierte Verfahren

Strahlentherapie bei Hauttumoren

Nicht das erste Verfahren, aber in klar benannten Situationen das richtige: bei Inoperabilität und nach bestimmten Operationsbefunden.

Auch: Radiotherapie · Bestrahlung

Wirkprinzip
Ionisierende Strahlung schädigt die DNA teilungsaktiver Tumorzellen irreparabel. Eingesetzt wird sie beim Plattenepithelkarzinom entweder primär, wenn nicht operiert werden kann, oder ergänzend nach einer Operation mit ungünstigem Befund.
Körperregion
Kopf · Gesicht · Körper
Sitzungen
Fraktioniert über mehrere Wochen
Ausfallzeit
Hautreaktion im Bestrahlungsfeld während und nach der Serie
Wirkdauer
Nachsorge erforderlich
Hauptrisiko
Strahlenreaktion der Haut, spätere Gewebeveränderungen im Feld

Ungeeignet, wenn: eine vollständige operative Entfernung möglich ist — die Leitlinie sieht die Strahlentherapie primär für Inoperabilität und für definierte postoperative Konstellationen vor.

Wann die Leitlinie bestrahlen lässt

Primär, bei Inoperabilität — Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 3:

Bei lokal nicht in sano resezierbaren Tumoren oder inoperablen Patienten sollte eine Radiotherapie durchgeführt werden.

Die Leitlinie hält fest, dass prospektiv randomisierte Studien zur Effektivität einer primären Radiotherapie hinsichtlich lokaler Tumorkontrolle und Überleben fehlen. Level of Evidence 3 ist hier keine Nachlässigkeit, sondern die ehrliche Abbildung der Datenlage.

Postoperativ — Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 2, bei:

  • R1- bzw. R2-Resektion, wenn keine Nachresektion möglich ist
  • ausgedehntem Lymphknotenbefall (mehr als ein befallener Lymphknoten, Lymphknotenmetastase über 3 cm, Kapseldurchbruch)
  • intraparotidealem Lymphknotenbefall

Bei ausgedehnter Perineuralscheideninfiltration — Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 2.

Was die Daten zum Überleben sagen

Eine von der Leitlinie zitierte Analyse nennt für das Gesamtüberleben folgende signifikante Faktoren:

FaktorHazard Ratio95-%-KIp
Einsatz der Strahlentherapie0,470,34–0,65< 0,00001
Perineuralscheideninfiltration1,611,24–2,090,0004
Positive Schnittränder2,340,34–0,650,0008
Immunsuppression3,022,14–4,25< 0,00001

Eine Hazard Ratio unter 1 bedeutet ein günstigeres Ergebnis. Die Strahlentherapie verbesserte das Gesamtüberleben; Immunsuppression war der ungünstigste der genannten Faktoren.

Warum das auf dieser Seite steht

Weil es die Kehrseite der ästhetischen Medizin ist. Wer jahrzehntelang ungeschützt in der Sonne war, landet nicht bei der Faltenbehandlung, sondern hier. Die Prävention, über die an anderer Stelle geschrieben wird, ist genau diese Alternative.