Lexikon · Klinik
Immunsuppression und Hautkrebs
Nach Organtransplantation steigt die Rate an Plattenepithelkarzinomen um mehr als das 65-Fache.
Auch: Organtransplantation
Die S3-Leitlinie zu aktinischer Keratose und Plattenepithelkarzinom widmet der Immunsuppression einen eigenen Risikofaktor-Abschnitt — mit deutlichen Zahlen.
Epitheliale Hauttumoren sind mit großem Abstand die häufigsten malignen Neubildungen nach Organtransplantation und eine typische Langzeitkomplikation chronischer Immunsuppression.
Im gut untersuchten Kollektiv organtransplantierter Patienten sind Plattenepithelkarzinome mit über 65-fach gesteigerten Inzidenzen die am häufigsten diagnostizierten Tumoren. Die Inzidenz der in der immunkompetenten Bevölkerung dominierenden Basalzellkarzinome ist demgegenüber nur um ein Vielfaches geringer erhöht.
Das Verhältnis kehrt sich also um: Was sonst der häufigere Tumor ist, tritt hier zurück.
Was daraus folgt
Die S3-Leitlinie zur Hautkrebsprävention verweist auf internationale KDIGO-Leitlinien, die für alle Transplantatempfänger einen konsequenten, intensiven UV-Schutz, regelmäßige Selbstuntersuchungen und jährliche Ganzkörperuntersuchungen durch eine Dermatologin oder einen Dermatologen empfehlen.
Für diese Gruppe ist die Früherkennung damit unstrittig — auch nach dem Sondervotum, das ein anlassloses Screening kritisch sieht.