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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer

Lexikon · Recht und Zulassung

Hierarchie der Präventionsmaßnahmen

Vier Stufen in fester Rangfolge: Substitution, Technik, Organisation, Person. Verhalten steht ganz unten — nicht oben.

Auch: STOP-Prinzip · Maßnahmenhierarchie

Vier Stufen der Prävention, von der Substitution bis zum VerhaltenStufe 1 Substitution oder Elimination: Austausch oder Verbot irritierender Inhaltsstoffe. Stufe 2 technische Maßnahmen: Abkapselung, Automatisierung, weniger hautreizende Mittel. Stufe 3 organisatorische Maßnahmen: Belastung verteilen, Feuchtzeiten verkürzen. Stufe 4 personenbezogene Maßnahmen: Schulung, Handschuhe, hautschonende Arbeitsweise.1Substitution / EliminationAustausch oder Verbot irritierender Inhaltsstoffe durch Vorschriften2Technische MaßnahmenAbkapselung, Automatisierung, weniger reizende Reinigungsmittel3Organisatorische MaßnahmenBelastung auf mehrere verteilen, Feuchtzeiten verkürzen4Personenbezogene MaßnahmenSchulung, Handschuhe, hautschonende Arbeitsweisewirkt ohne Zutunverlangt tägliche Entscheidung
Vier Stufen in fester Rangfolge. Das Verhalten des Einzelnen steht unten, nicht oben.Quelle: S1-Leitlinie Kontaktekzem 013-055, Tabelle 7

Die vier Stufen

Die S1-Leitlinie Kontaktekzem stellt sie für das irritative Kontaktekzem in dieser Reihenfolge auf:

1. Substitution / Elimination — Austausch oder Verbot irritierender Inhaltsstoffe durch nationale oder internationale Vorschriften und gesetzliche Regelungen.

2. Technische Maßnahmen — Kontaktvermeidung durch Abkapselung oder Automatisierung von Prozessen, durch Nutzung von Hilfsmitteln; Herstellung weniger hautreizender Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Textilien, Haushaltschemikalien, Flüssigseifen.

3. Organisatorische Maßnahmen — Verteilung irritativer Belastungen auf verschiedene Personen in Beruf und Privatleben; Reduktion von Zeiten der Feucht- und Irritanzienbelastung.

4. Personenbezogene Maßnahmen — Gesundheitserziehung, Einzelschulungen und Aufklärungskampagnen: Anleitung zum richtigen Händewaschen, Tragen geeigneter Schutzhandschuhe, Empfehlungen zur Händehygiene, hautschonende Arbeitsweise.

Warum die Reihenfolge zählt

Weil sie umgekehrt zur üblichen Praxis ist. In der Praxis fängt man bei Stufe 4 an: Der Betroffene soll sich anders verhalten. Die Leitlinie fängt bei Stufe 1 an: Der Stoff soll verschwinden.

Der Grund ist derselbe wie beim UV-Schutz. Verhaltensprävention verlangt eine ständige, bewusste Entscheidung von jedem Einzelnen. Die oberen Stufen wirken ohne diese Entscheidung — und damit auch bei denen, die die Schulung nicht besucht haben.

Die Unterscheidungen, die dazugehören

Die Leitlinie trennt zusätzlich nach Adressat — Individualprävention (Einzelperson) gegenüber Generalprävention (Berufsgruppe, Bevölkerung) — und nach Ansatzpunkt: Verhaltensprävention (Anleitung zur Verhaltensänderung) gegenüber Verhältnisprävention (Anpassung der Lebens- und Arbeitsbedingungen).