Lexikon · Klinik
Antikörperbildung
Immunreaktion gegen Botulinumtoxin, die nach wiederholten Behandlungen zum Wirkverlust führen kann.
Auch: Therapieversagen · sekundäres Therapieversagen
Botulinumtoxin A ist biochemisch ein Protein und kann damit Ziel einer Antikörperbildung werden. Die Folge ist ein Therapieversagen: Dieselbe Dosis wirkt nicht mehr.
Die Leitlinie verortet das Risiko insbesondere nach wiederholten Injektionen mit hohen Dosierungen. Als Größenordnung nennt sie Daten aus der Behandlung der zervikalen Dystonie, wo bei 2 bis 5 Prozent der Patienten Antikörper auftraten — dort werden allerdings um ein Vielfaches höhere Dosen eingesetzt als in der Ästhetik.
Praktisch folgt daraus die Empfehlung, Behandlungsintervalle nicht unnötig zu verkürzen und nicht höher zu dosieren als nötig. Wer alle sechs Wochen nachspritzen lässt, weil „die Wirkung nachlässt“, arbeitet gegen sich selbst.