Lexikon · Recht und Zulassung
Cosmeceuticals
Inhaltsstoffe zwischen Kosmetik und Arzneimittel. Der Begriff beschreibt einen Anspruch, keine Zulassungskategorie.
Auch: Kosmetische Wirkstoffe · Dermokosmetik
Woher der Begriff kommt
Ein Kofferwort aus cosmetics und pharmaceuticals. Die S2k-Leitlinie Rosazea verwendet ihn beschreibend:
Vor allem in medizinischen Kosmetikprodukten aus der Apotheke sind zusätzlich noch „kosmetische Wirkstoffe” bzw. Cosmeceuticals enthalten, also Inhaltsstoffe, für welche eine Wirksamkeit [gezeigt wurde].
Was der Begriff regulatorisch bedeutet
Nichts. Es gibt in der EU Kosmetika, Medizinprodukte und Arzneimittel — jeweils mit eigenem Rechtsrahmen, eigenen Anforderungen an den Wirksamkeitsnachweis und eigenen Werbebeschränkungen. „Cosmeceutical” ist keine dieser Kategorien.
Ein Produkt, das so bezeichnet wird, ist rechtlich ein Kosmetikum. Das heißt: Es darf keine Heilwirkung ausloben, und es musste seine Wirksamkeit in keinem Zulassungsverfahren belegen.
Warum der Begriff trotzdem nützlich sein kann
Weil er eine reale Zwischenzone beschreibt. Es gibt kosmetische Inhaltsstoffe mit publizierter Wirkung, die kein Arzneimittelverfahren durchlaufen haben — weil sich das für einen Hersteller nicht rechnet, nicht weil die Wirkung fehlt.
Woran man den Unterschied erkennt
An der Frage, was nachgewiesen wurde und woran. Ein Wirksamkeitsnachweis kann bedeuten:
- eine randomisierte kontrollierte Studie am Menschen mit klinischem Endpunkt
- eine Anwendungsbeobachtung mit Selbstauskunft
- ein In-vitro-Versuch an Zellkulturen
Alle drei können als „wissenschaftlich belegt” beworben werden. Nur die erste trägt eine Kaufentscheidung.
Der praktische Rat
Bei einem Produkt, das mit „Cosmeceutical”, „Dermokosmetik” oder „Apothekenkosmetik” beworben wird, ist der Begriff selbst keine Information. Die Information steht in der Inhaltsstoffliste und in der Frage, welche Studie gemeint ist.