Lexikon · Klinik
Zweitmelanom
Ein weiteres, unabhängiges Melanom. Der Grund, warum Nachsorge über das Rezidivrisiko hinausgeht.
Auch: Zweittumor
Ein Zweitmelanom ist kein Rückfall, sondern ein neuer, unabhängiger Tumor. Wer einmal ein Melanom hatte, trägt die Risikokonstellation weiter — und „Melanom in der Vorgeschichte” ist selbst einer der vier wichtigen erworbenen Risikofaktoren, die die Präventionsleitlinie mit 100 Prozent Konsens nennt.
Die S3-Leitlinie zum Melanom referiert die Debatte um die Nachsorgedauer: Eine langfristige oder lebenslange Nachsorge werde von einigen Gruppen vorwiegend aufgrund eines erhöhten Zweitmelanomrisikos empfohlen — wobei einige Studien zeigten, dass die meisten Zweitmelanome in den ersten beiden Jahren nach Diagnose des Erstmelanoms auftreten.
Für Spätrezidive und protrahiert auftretende Zweitmelanome empfiehlt sie die Anleitung zur intensiven Selbstuntersuchung.
Beides zusammen ergibt die praktische Regel: dichte Kontrollen in den ersten Jahren, dann ausgedünnt — aber die eigene Aufmerksamkeit bleibt.