- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Wirkstoff
Azelainsäure
Natürlich vorkommende Dicarbonsäure. In Deutschland als 15-Prozent-Gel verfügbar — bei Rosazea gleich wirksam wie Metronidazol.
Auch: Azelaic Acid · Skinoren · Finacea
- Anwendung
- Äußerlich
- Verschreibung
- Rezeptpflichtig
- Wirkprinzip
- Wirkt antibakteriell, antientzündlich und beeinflusst die Keratinisierung positiv. Eingesetzt vor allem bei Akne und Rosazea.
- Dosis
- In Deutschland als 15-prozentiges Gel
- Wirkeintritt
- Über Wochen
- Häufige Nebenwirkungen
- Brennen · Rötung zu Beginn
Ungeeignet, wenn: eine akut gereizte, nässende Haut vorliegt — dann erst die Barriere stabilisieren.
Einordnung nach Leitlinie
Azelainsäure ist eine in der Natur vorkommende Dicarbonsäure. Sie wird in der Dermatologie wegen ihrer antibakteriellen, antientzündlichen und die Keratinisierung positiv beeinflussenden Eigenschaften vor allem bei Akne und Rosazea eingesetzt.
In direkten Vergleichsstudien zeigte sich Metronidazol gleich wirksam wie 15-prozentiges Azelainsäure-Gel; geringe Unterschiede in der Bewertung durch Patienten und Ärzte wurden als klinisch nicht relevant eingestuft.
In Kombination
Eine Kombinationstherapie mit 100 mg Doxycyclin und 15-prozentigem Azelainsäure-Gel — beides zweimal täglich — erreichte bei mittelschwerer bis schwerer papulopustulöser Rosazea in einer multizentrischen Studie bei 81,4 Prozent der Patienten eine mindestens 75-prozentige Reduktion entzündlicher Läsionen und bei 64 Prozent in Woche 12 einen Therapieerfolg.
Warum das für Männer relevant ist
Rosazea wird bei Männern häufig später erkannt und ist im Verlauf schwerer — das Rhinophym als Spätform betrifft fast ausschließlich Männer. Azelainsäure ist zugleich einer der wenigen Wirkstoffe, die sowohl bei Akne als auch bei Rosazea belegt sind, was die Auswahl bei unklarer Abgrenzung vereinfacht.