- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Wirkstoff
Rifampicin
Antibiotikum, das bei Hidradenitis suppurativa nur in Kombination mit Clindamycin empfohlen wird — und engmaschige Laborkontrollen verlangt.
- Anwendung
- Als Tablette
- Verschreibung
- Rezeptpflichtig
- Wirkprinzip
- Rifampicin hemmt die bakterielle RNA-Polymerase und wirkt auch gegen Erreger innerhalb von Zellen. Bei Hidradenitis suppurativa wird es nicht allein, sondern gemeinsam mit Clindamycin gegeben.
- Dosis
- 2 × 300 mg täglich, in Kombination mit Clindamycin 2 × 300 mg täglich
- Häufige Nebenwirkungen
- Rotfärbung von Urin, Schweiß und Tränen · Leberwerterhöhung · Wechselwirkungen mit zahlreichen Arzneimitteln
- Nicht kombinieren mit
- Hormonelle Verhütungsmittel — Rifampicin kann ihre Wirkung abschwächen
Ungeeignet, wenn: regelmäßige Laborkontrollen nicht möglich sind — die Leitlinie verlangt sie ausdrücklich.
Die Empfehlung
S2k-Leitlinie zur HS/AI, ⇑ (mehrheitliche Zustimmung):
Eine Therapie mit Clindamycin 2 × 300 mg/d und Rifampicin 2 × 300 mg/d p.o. soll für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer HS/AI empfohlen werden.
Rifampicin erscheint hier ausschließlich als Kombinationspartner — nicht als Einzelmittel.
Die Kontrollen gehören zur Verordnung
⇑⇑, starker Konsens — eine der wenigen Empfehlungen des Kapitels mit dieser Zustimmungsstufe:
Unter Therapie mit Rifampicin sollen regelmäßige Kontrollen der Leber- und Nierenparameter sowie des Blutbildes empfohlen werden.
Ergänzend, als offene Empfehlung: Laborkontrollen (Blutbild, Leberwerte) können vor einer Antibiotikatherapie erwogen werden.
Die Wechselwirkung, die man kennen muss
Rifampicin beschleunigt den Abbau vieler anderer Arzneimittel erheblich. Das betrifft unter anderem hormonelle Verhütungsmittel, deren Wirkung dadurch abnehmen kann. Wer das Mittel verordnet bekommt, sollte alle weiteren Medikamente aktiv nennen.
Die harmlose, aber irritierende Nebenwirkung vorweg: Urin, Schweiß und Tränen färben sich orangerot. Weiche Kontaktlinsen können sich dauerhaft verfärben.
Die Frist, die die Leitlinie setzt
⇑⇑ (mehrheitliche Zustimmung):
Bei der Therapie mit systemischen Antibiotika soll nach spätestens 3 Monaten eine Überprüfung der Sinnhaftigkeit einer verlängerten Therapiedauer und der mögliche Wechsel auf eine andere Therapieform (Biologika, operative Exzision) empfohlen werden.
Drei Monate sind keine Empfehlung zur Fortsetzung, sondern ein Entscheidungszeitpunkt.