- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Wirkstoff
Doxycyclin (niedrig dosiert)
Tetrazyklin in antientzündlicher statt antibiotischer Dosierung. Bei schwerer Rosazea in Kombination mit Topika belegt.
Auch: Low-Dose-Doxycyclin · 40 mg Doxycyclin
- Anwendung
- Als Tablette
- Verschreibung
- Rezeptpflichtig
- Wirkprinzip
- In niedriger Dosierung überwiegend antientzündlich statt antibakteriell wirksam; dadurch geringeres Resistenzrisiko.
- Dosis
- 40 mg täglich in der niedrig dosierten Form; 100 mg in Kombinationsstudien
- Wirkeintritt
- Über Wochen
- Häufige Nebenwirkungen
- Lichtempfindlichkeit · Magen-Darm-Beschwerden
Ungeeignet, wenn: eine leichte Form vorliegt, die topisch beherrschbar ist — systemische Therapie ist dann nicht nötig.
Kombinationen mit belegtem Nutzen
Die Leitlinie führt zwei Kombinationen mit konkreten Zahlen auf:
Doxycyclin 100 mg plus Azelainsäure 15 % Gel, beides zweimal täglich, bei mittelschwerer bis schwerer papulopustulöser Rosazea: bei 81,4 Prozent der Patienten eine mindestens 75-prozentige Reduktion entzündlicher Läsionen, bei 64 Prozent in Woche 12 ein Therapieerfolg.
Ivermectin 1 % Creme plus orales niedrig dosiertes Doxycyclin (40 mg täglich) wurde erfolgreich zur Therapie der schweren Rosazea eingesetzt.
Warum die niedrige Dosis
Bei 40 mg täglich steht die antientzündliche Wirkung im Vordergrund, nicht die antibakterielle. Das ist kein Sparmodell, sondern der Punkt: Es senkt den Druck auf die bakterielle Resistenzlage bei einer Erkrankung, die über Jahre behandelt wird.
Praktischer Hinweis: Doxycyclin erhöht die Lichtempfindlichkeit — in Kombination mit einer ohnehin lichtempfindlichen Rosazea-Haut ist täglicher Sonnenschutz kein Zusatz, sondern Teil der Therapie.