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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Chirurgische Eingriffe

Deroofing

Das Dach eines oberflächlichen Tunnels wird abgetragen, der Boden bleibt stehen. Die einzige Empfehlung des Kapitels mit starkem Konsens.

Auch: Dachabtragung · Unroofing

Wirkprinzip
Ein drainierender Tunnel wird nicht herausgeschnitten, sondern eröffnet: Die überdachende Haut wird entfernt, der epithelisierte Boden bleibt erhalten und heilt offen ab. Der Gewebeverlust ist deutlich geringer als bei der Exzision.
Körperregion
Achsel · Leiste · Gesäß
Sitzungen
Je Tunnel ein Eingriff, meist in örtlicher Betäubung
Ausfallzeit
Offene Wundheilung über Tage bis Wochen, je nach Größe
Wirkdauer
Neue Tunnel an anderer Stelle bleiben möglich
Hauptrisiko
Rezidiv bei unvollständiger Eröffnung des Gangsystems

Ungeeignet, wenn: der Tunnel tief liegt oder Teil einer ausgedehnten Narbenplatte ist — die Empfehlung gilt ausdrücklich für superfizielle Tunnel.

Die Empfehlung

S2k-Leitlinie, — und als einzige Empfehlung des chirurgischen Kapitels im starken Konsens, also mit über 95 % Zustimmung:

Für die Behandlung von superfiziellen Tunneln sollte das Deroofing empfohlen werden.

Das Prinzip

Ein Tunnel ist innen mit Epithel ausgekleidet und heilt deshalb nicht von selbst zu. Die klassische Antwort wäre, ihn samt Umgebung herauszuschneiden.

Deroofing macht etwas anderes: Es entfernt nur das Dach. Der Boden des Gangs bleibt stehen — und weil er bereits epithelisiert ist, überhäutet sich die offene Rinne von dort aus.

Warum das ein Fortschritt ist

Der Gewebeverlust ist erheblich kleiner als bei der Exzision. In Achsel und Leiste bedeutet das weniger Narbenzug und weniger Bewegungseinschränkung. Der Eingriff ist in der Regel in örtlicher Betäubung möglich.

Wo die Grenze liegt

Das Wort „superfiziell” gehört zur Empfehlung. Für tiefe Gangsysteme und für ausgedehnte Narbenplatten sieht die Leitlinie die komplette Exzision vor.

Warum ein Tunnel überhaupt so schwer wiegt

Im IHS4 zählt ein drainierender Tunnel 4 Punkte — viermal so viel wie ein entzündlicher Knoten. Wer einen hat, ist rechnerisch näher an der schweren Form, als das Beschwerdebild vermuten lässt.