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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Wirkstoff

Benzoylperoxid

Topisches Aknemittel ohne Rezeptpflicht in niedrigen Konzentrationen. Der einzige Partner, für den die Leitlinie einen Resistenzschutz belegt sieht.

Auch: BPO · Benzoylperoxid 2,5 %, 5 %

Anwendung
Äußerlich
Verschreibung
Frei verkäuflich
Wirkprinzip
Zerfällt auf der Haut zu freien Radikalen und wirkt darüber unspezifisch antibakteriell gegen Cutibacterium acnes. Weil der Angriffspunkt nicht ein einzelnes bakterielles Zielmolekül ist, kann sich gegen Benzoylperoxid keine Resistenz im Sinne der Antibiotika entwickeln.
Dosis
In den ausgewerteten Studien überwiegend 5 %, teils 2,5 %. Die Leitlinie nennt keine bevorzugte Konzentration.
Häufige Nebenwirkungen
Trockenheit · Schuppung · Brennen nach dem Auftragen
Nicht kombinieren mit
Textilien und Haare — bleicht irreversibel aus

Ungeeignet, wenn: bereits eine stark gereizte oder eingerissene Hautbarriere vorliegt. Die Leitlinie sieht bei Azelainsäure einen Trend zu besserer Verträglichkeit als bei Benzoylperoxid; bei rein komedonaler Akne ist das ein Argument.

Was die Leitlinie Benzoylperoxid zutraut

Bei komedonaler Akne nennt die europäische Leitlinie drei Optionen mit der besten Wirksamkeit: topische Retinoide, Benzoylperoxid und Azelainsäure. Die Verträglichkeit von Retinoiden und Benzoylperoxid ist dabei vergleichbar; für Azelainsäure sieht die Leitlinie einen Trend zu einem besseren Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil als bei Benzoylperoxid.

Bei papulopustulöser Akne zeigte die Monotherapie mit Benzoylperoxid — wie die mit Azelainsäure oder topischen Retinoiden — eine bessere Wirksamkeit als das Vehikel. Adapalen, Azelainsäure und Benzoylperoxid waren im direkten Vergleich untereinander vergleichbar wirksam.

Für die Erhaltungstherapie nach schwerer papulopustulöser oder nodulärer Akne führt die Leitlinie Benzoylperoxid ausdrücklich auf — mit der Einschränkung „bei fortbestehenden entzündlichen Läsionen”. Alle Empfehlungen zur Erhaltungstherapie tragen die niedrigste Empfehlungsstärke; die Leitlinie erklärt das selbst damit, dass die Evidenz nicht sagt, welche Erhaltung die beste ist — nicht damit, dass Erhaltung entbehrlich wäre.

Der eigentliche Grund, warum es in fast jeder Kombination steckt

Topische Antibiotika allein sind nach der Leitlinie „generell nicht empfohlen”, weil sie Resistenzen erzeugen. Der Ausweg ist die Kombination — und dabei ist Benzoylperoxid nicht beliebig austauschbar:

Daten weisen darauf hin, dass die Kombination topischer Antibiotika mit Benzoylperoxid die Resistenzentwicklung bei lokalem C. acnes und Staphylokokken verhindern kann.

Für die Kombination lokaler Antibiotika mit Retinoiden oder Zink stellt die Leitlinie im selben Absatz fest, dass es keine gute Evidenz für einen solchen Resistenzschutz gibt und zu anderen Haut- oder Schleimhautbakterien überhaupt keine Daten vorliegen.

Entsprechend fällt der Vergleich der Fixkombinationen aus: Benzoylperoxid mit Clindamycin ist beiden Einzelkomponenten überlegen. Adapalen/Benzoylperoxid, Clindamycin/Tretinoin und Erythromycin/Isotretinoin sind jeweils nur einer der beiden Komponenten überlegen, nicht beiden.

Der Preis: Verträglichkeit

Die Fixkombination Adapalen/Benzoylperoxid zeigt gegenüber Benzoylperoxid allein einen Trend zu besserer Wirkung auf nicht-entzündliche Läsionen und eine vergleichbare Wirkung gegenüber Adapalen allein — aber zugleich einen Trend zur Unterlegenheit beim Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil. Wer die Kombination nicht verträgt, verliert also nichts, was die Einzelkomponenten nicht auch könnten; wer sie verträgt, gewinnt bei den Komedonen.

Zur Benzol-Frage

2024 kursierten Meldungen, wonach Benzoylperoxid-Produkte bei Hitze zu Benzol zerfallen. Die Leitlinie behandelt das als eigenen Punkt — nachzulesen unter Benzol in Benzoylperoxid-Produkten.