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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Wirkstoff

Trifaroten

Topisches Retinoid, in Deutschland zur Aknetherapie zugelassen. Das einzige, dessen Studien den Rumpf ins Zentrum stellen — für Männer relevant.

Auch: Aklief · Retinoid der vierten Generation

Anwendung
Äußerlich
Verschreibung
Rezeptpflichtig
Wirkprinzip
Bindet und aktiviert den Retinsäurerezeptor gamma (RAR gamma) und beeinflusst Differenzierungs- und Entzündungsprozesse in Keratinozyten.
Dosis
Creme mit 50 Mikrogramm Trifaroten pro Gramm, einmal täglich abends dünn auf saubere, trockene Haut (Angaben der schweizerischen Zulassungsbehörde).
Wirkeintritt
Die Zulassungsstudien liefen über zwölf Wochen; eine ärztliche Beurteilung nach drei Monaten wird empfohlen.
Häufige Nebenwirkungen
Hautreizung · Trockenheit · Schuppung · Juckreiz · Sonnenbrand an behandelten Stellen
Nicht kombinieren mit
Andere topische Retinoide gleichzeitig

Ungeeignet, wenn: die Haut nicht intakt ist. Die Zulassung gilt für intakte Haut; Kontakt mit Augen, Lippen und Schleimhäuten ist zu vermeiden.

Warum das für Männer zählt

Akne am Rücken und an den Schultern ist keine Randnotiz — sie ist der Befund, mit dem Männer erfahrungsgemäß eher zum Arzt gehen als mit dem Gesicht. Die europäische Leitlinie hält zu Trifaroten fest:

Studien zu Trifaroten konzentrierten sich auf Rumpfakne, wo es sich gegenüber Placebo als wirksam erwies.

Damit ist Trifaroten das topische Retinoid mit der besten Datenlage für genau die Körperregion, die in den übrigen Aknestudien meist als Nebenschauplatz läuft. Die schweizerische Zulassungsbehörde beschreibt die Zulassungsstudien entsprechend: 2.420 Teilnehmende, zwölf Wochen, mittelschwere Akne im Gesicht und am Rumpf; die Verbesserung ließ sich in beiden Regionen zeigen.

Wo es im Therapiealgorithmus steht

In der Übersicht der empfohlenen Behandlungen taucht Trifaroten an zwei Stellen auf — beide Male als topischer Partner eines systemischen Antibiotikums:

  • bei schwerer papulopustulöser bzw. moderat nodulärer Akne mit mittlerer Empfehlungsstärke („kann empfohlen werden”),
  • bei schwerer nodulärer/konglobierter Akne mit niedriger Empfehlungsstärke („kann erwogen werden”).

Die Fußnote zum Algorithmus erklärt, warum ausgerechnet Adapalen und Trifaroten dort stehen: Es wurden nur Studien zu systemischem Antibiotikum plus Adapalen oder plus Trifarotene gefunden. Topisches Isotretinoin und Tretinoin können für die Kombination lediglich auf Basis von Expertenmeinung erwogen werden.

Die offene Flanke: kein Direktvergleich

Die Leitlinie ist an dieser Stelle ungewöhnlich deutlich:

Es gibt derzeit nicht genug Evidenz, um Trifaroten mit Adapalen, Tretinoin oder topischem Isotretinoin zu vergleichen, da keine Head-to-head-Studien vorliegen.

Für die anderen drei topischen Retinoide gibt die Leitlinie eine klare Rangfolge aus — Adapalen ist Tretinoin und Isotretinoin vorzuziehen, wegen Verträglichkeit und Patientenpräferenz. Trifaroten wird zwar ebenfalls mit mittlerer Empfehlungsstärke empfohlen, seine Position innerhalb der Klasse bleibt aber ausdrücklich unbestimmt.

Praktisch heißt das: Trifaroten ist keine belegte Verbesserung gegenüber Adapalen. Es ist ein zugelassenes Retinoid mit einem eigenen Studienschwerpunkt am Rumpf — mehr sagt die Datenlage nicht.

Zulassungstext

Der Gemeinsame Bundesausschuss gibt den Wortlaut der Fachinformation so wieder:

Trifaroten ist angezeigt zur lokalen Therapie der Acne vulgaris im Gesicht und/oder am Rumpf bei Patienten ab zwölf Jahren, wenn viele Komedonen, Papeln und Pusteln vorhanden sind.

Wie bei allen Retinoiden gilt: Bei bestehender oder geplanter Schwangerschaft darf nicht behandelt werden.