- Beleglage:Leitlinie
- Status:Off-Label in Deutschland
Wirkstoff
Carvedilol
Nicht-selektiver Betablocker mit alpha-1-antagonistischer Wirkung. Bei Rosazea gegen anhaltende Rötung erwägbar.
Auch: Betablocker
- Anwendung
- Als Tablette
- Verschreibung
- Rezeptpflichtig
- Wirkprinzip
- Blockade beta-adrenerger Rezeptoren in der glatten Muskulatur kutaner Blutgefäße führt zu Vasokonstriktion und reduziert Erytheme und Flush.
- Dosis
- Nach ärztlicher Festlegung; Anwendung bei Rosazea außerhalb der Zulassung
- Wirkeintritt
- Über Tage bis Wochen
- Häufige Nebenwirkungen
- Blutdruckabfall · Müdigkeit · Bradykardie
Ungeeignet, wenn: ein Asthma bronchiale oder eine relevante Bradykardie besteht.
Empfehlung
Die Rosazea-Leitlinie führt eine Empfehlung mit Stärke 0 („kann erwogen werden”) bei 100 Prozent Konsens:
Carvedilol kann zur systemischen Therapie des persistierenden Erythems und der Flush-Symptomatik bei Rosazea erwogen werden.
Wirkmechanismus
Betablocker reduzieren laut Leitlinie vor allem Erytheme beziehungsweise die Flush-Symptomatik. Die Blockade beta-adrenerger Rezeptoren in der glatten Muskulatur kutaner Blutgefäße führt zu einer Vasokonstriktion.
Carvedilol wirkt zusätzlich alpha-1-antagonistisch, Propranolol ist ein rein nicht-selektiver Betablocker.
Die Abwägung
Es handelt sich um ein Herz-Kreislauf-Medikament, das hier außerhalb seiner Zulassung gegen ein Hautsymptom eingesetzt wird. Blutdruck, Puls und Vorerkrankungen — insbesondere Asthma — müssen vorher geklärt sein.
Die schwächste Empfehlungsstufe ist hier also nicht Zurückhaltung aus Datenmangel allein, sondern auch eine Nutzen-Risiko-Frage.