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  • Status:In Deutschland zugelassen

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Muttermal-Monitoring: Wann sich die digitale Verlaufskontrolle lohnt

Sequenzielle digitale Dermatoskopie findet Melanome, die im Einzelbild unauffällig sind. Die Leitlinie beziffert den Gewinn — und nennt die Bedingungen.

Von der GLABRIO-Redaktion2 Min. Lesezeit

Quellenlage geprüft am 23. August 2026.

„Muttermal-Kontrolle mit digitaler Dokumentation” wird als Selbstzahlerleistung angeboten. Was sie leistet, steht in der S3-Leitlinie Melanom — mit Zahlen.

Die Empfehlung

Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 2b, Konsensstärke 100 %:

Die sequenzielle digitale Dermatoskopie kann die Früherkennung von malignen Melanomen, die keine spezifischen dermatoskopischen Malignitätskriterien aufweisen, in der Verlaufskontrolle verbessern.

Der eingeschobene Nebensatz ist der Punkt. Für Läsionen mit typischen Malignitätskriterien braucht es kein Monitoring — die werden entfernt.

Was der Verlauf zeigt, was das Einzelbild nicht zeigt

Die Leitlinie beschreibt den Vorteil als die Möglichkeit, „über den Verlauf auch Veränderungen zu detektieren, die keine typischen dermatoskopischen Malignitätskriterien aufweisen, jedoch eine morphologische oder farbliche Dynamik besitzen”.

Die Zahlen

Haenssle et al.: 17 % Verbesserung der Früherkennung gegenüber der Routinedermatoskopie, bei einem Follow-up von im Mittel 32 Monaten. Die Rate exzidierter Melanome lag unter allen Exzisaten bei 8,3 %.

Kittler et al. untersuchten 499 pigmentierte Läsionen histopathologisch und fanden 92 Melanome. Der Anteil dieser Melanome, die keine typischen dermatoskopischen Merkmale aufwiesen, sich aber im Verlauf verändert hatten:

Follow-upAnteil ohne typische Merkmale
1,5–4,5 Monate61,8 %
4,6–8,0 Monate45 %
über 8 Monate35,1 %

Gelesen: Über die Hälfte der im Kurzintervall gefundenen Melanome wäre im Einzelbild nicht als solches erkannt worden.

Die zwei Einsatzarten

Kurzfristig — ein bis drei Monate, für eine konkrete auffällige Läsion.

Mittel- bis langfristig — als Screening bei erhöhtem Risiko.

Was Ganzkörperfotografie leistet

Ein eigenes Statement, Level of Evidence 3b, Konsensstärke 100 %:

Die Ganzkörperphotographie stellt eine Möglichkeit zur Früherkennung von malignen Melanomen in Risikokollektiven dar.

„In Risikokollektiven” ist die Einschränkung, und 3b ist die niedrigste hier genannte Evidenzstufe. Für die Allgemeinbevölkerung empfiehlt die Leitlinie das nicht.

Was Sie fragen sollten, bevor Sie zahlen

  • In welchem Intervall wird kontrolliert?
  • Werden die Bilder gespeichert und verglichen — oder nur aufgenommen?
  • Wie viele Läsionen werden dokumentiert, und nach welchem Kriterium ausgewählt?
  • Was passiert bei einer festgestellten Veränderung?

Ohne systematischen Vergleich ist es keine sequenzielle Dermatoskopie, sondern eine wiederholte Momentaufnahme.

Was das nicht ersetzt

Die S3-Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs empfiehlt mit Empfehlungsgrad A die Ganzkörperinspektion zum Screening. Sie verlangt dafür ausdrücklich einen ausreichend hellen Untersuchungsraum und dass der Untersucher nah genug herantritt.

Ein Monitoring beobachtet, was schon bekannt ist. Die Ganzkörperinspektion findet, was noch niemand gesehen hat. Beides ist nicht dasselbe.

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