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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Äußerliche Anwendung

Aktinische Keratosen — Imiquimod

Wirkt nicht direkt zellzerstörend, sondern über das Immunsystem. Zwei Konzentrationen mit unterschiedlichen Indikationen.

Auch: Aldara · Zyclara · TLR-7-Agonist

Wirkprinzip
Imiquimod ist ein spezifischer Agonist des Toll-like-Rezeptors 7. Er aktiviert die angeborene Immunantwort im Behandlungsfeld; die entstehende Entzündungsreaktion richtet sich gegen veränderte Keratinozyten. Die sichtbare Reaktion ist damit Teil des Wirkmechanismus.
Körperregion
Kopfhaut · Gesicht
Sitzungen
5 %: laut Studien meist mehrere Wochen; 3,75 %: feldgerichtet über zwei Zyklen
Ausfallzeit
Kräftige Entzündungsreaktion im Feld
Wirkdauer
Kontrollintervalle bleiben nötig
Hauptrisiko
Starke lokale Entzündung, gelegentlich Allgemeinsymptome

Ungeeignet, wenn: eine Immunsuppression besteht und das Präparat außerhalb seiner Zulassung eingesetzt werden soll — die Leitlinie erlaubt das ausdrücklich nur mit dem Hinweis auf die fehlende Zulassung.

Zwei Konzentrationen, zwei Empfehlungen

PräparatEmpfehlung laut LeitlinieGradLoE
Imiquimod 5 % Cremeeinzelne oder multiple AK sowie bei FeldkanzerisierungB1
Imiquimod 3,75 % Crememultiple AK sowie bei FeldkanzerisierungB2

Beide im starken Konsens.

Was die Zulassungsstudien zeigten

Für Imiquimod 5 % nennt die Leitlinie drei Studien (Korman, Lebwohl, Szeimies) mit kompletten Abheilungsraten gegenüber Vehikel:

StudieImiquimodVehikel
Korman48,3 %7,2 %
Lebwohl45,1 %3,2 %
Szeimies57,1 %2,2 %

Bewertet wurde jeweils acht Wochen nach Behandlungsende, in zwei Studien klinisch, bei Szeimies histologisch. Hyperkeratotische und hypertrophe Läsionen (Olsen III) waren in allen drei Studien explizit ausgeschlossen — die Zahlen gelten also nicht für dicke, stark verhornte Läsionen.

Zwei Situationen außerhalb der Zulassung

Die Leitlinie nennt Imiquimod zweimal mit Empfehlungsgrad 0 („kann”), und in beiden Fällen mit einem regulatorischen Vorbehalt:

  • bei immunsupprimierten Personen — „Bei Letzteren ist die fehlende Zulassung zu beachten.”
  • beim Morbus Bowen immunkompetenter Personen — „Hierbei ist die fehlende Zulassung zu beachten.”

Das ist kein Verbot, sondern eine Aufklärungspflicht. Wer so behandelt wird, muss wissen, dass er off-label behandelt wird.

Der direkte Vergleich mit 5-FU

Eine Studie randomisierte 1:1 zwischen 5-FU 5 % Creme (zweimal täglich, zwei bis vier Wochen) und Imiquimod 5 % Creme (zweimal wöchentlich, 16 Wochen, feldgerichtet auf 25 cm²). Die Leitlinie zieht aus der Gesamtschau der Daten keine Aussage über die Überlegenheit eines der beiden Mittel.