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GLABRIOÄsthetische Medizin und Hautpflege für Männer
  • Beleglage:Leitlinie
  • Status:In Deutschland zugelassen

Äußerliche Anwendung

Tageslicht-PDT

Photodynamische Therapie ohne Lampe: Die Belichtung übernimmt das Tageslicht. Deutlich schmerzärmer, laut Leitlinie mit Empfehlungsgrad B.

Auch: Daylight-PDT · Tageslicht-photodynamische Therapie

Wirkprinzip
Der Photosensibilisator wird wie bei der konventionellen photodynamischen Therapie aufgetragen; belichtet wird anschließend im natürlichen oder simulierten Tageslicht statt mit einer Rotlichtlampe. Die kontinuierliche, schwächere Aktivierung erzeugt weniger Schmerz bei vergleichbarem Prinzip.
Körperregion
Kopfhaut · Gesicht
Sitzungen
In der Regel eine Sitzung, Wiederholung nach Befund
Ausfallzeit
Rötung und Krustenbildung über einige Tage
Wirkdauer
Kontrolle des Feldes bleibt nötig
Hauptrisiko
Ungleichmäßige Belichtung bei schlechtem Wetter

Ungeeignet, wenn: das Behandlungsfeld nicht gleichmäßig dem Licht ausgesetzt werden kann — die Dosis ist hier das Wetter, nicht ein Geräteparameter.

Die Empfehlung

Empfehlungsgrad B, Level of Evidence 1, starker Konsens:

Eine photodynamische Therapie mit natürlichem oder simuliertem Tageslicht mit 5-Aminolävulinsäure (ALA) oder ihrem Methylester (MAL) sollte für einzelne oder multiple aktinische Keratosen sowie bei Feldkanzerisierung angeboten werden.

Zehn Referenzen, De-novo-Recherche.

Was der Verzicht auf die Lampe kostet und bringt

Eine Studie mit 70 Personen mit mindestens drei aktinischen Keratosen im Gesicht oder auf der unbehaarten Kopfhaut kam zu einem klaren Ergebnis: Die Tageslicht-MAL-PDT war der konventionellen Durchführung bezüglich der Effektivität etwas unterlegen, aber deutlich kostengünstiger.

Der eigentliche Gewinn liegt woanders. Die konventionelle PDT ist schmerzhaft — für viele Behandelte der Grund, keinen zweiten Zyklus zu machen. Die Tageslichtvariante nimmt diesen Schmerz weitgehend heraus.

Der Läsionsgrad entscheidet

Läsionsgrad (nach Olsen)Komplette Abheilung
Grad I80,2 %
Grad II63,8 %
Grad III39,3 %

Bei dicken, stark verhornten Läsionen fällt die Tageslicht-PDT deutlich ab. Das ist kein Mangel der Methode, sondern eine Indikationsfrage: Für Grad III gibt es bessere Optionen, gegebenenfalls in Kombination mit einer vorherigen Abtragung der Hornschicht.