- Beleglage:Leitlinie
- Status:Off-Label in Deutschland
Injektionen
Botulinumtoxin — Mundwinkel
Anhebung herabgezogener Mundwinkel durch Schwächung des sogenannten Trauermuskels.
Auch: Depressor anguli oris · Marionettenfalten
- Wirkprinzip
- Hemmt die Acetylcholin-Freisetzung an der motorischen Endplatte und schwächt so den Zielmuskel.
- Körperregion
- Unteres Gesichtsdrittel
- Sitzungen
- 2–4 IE bzw. 5–10 Speywood E pro Seite
- Ausfallzeit
- Keine
- Wirkdauer
- Rund drei Monate
- Hauptrisiko
- Asymmetrie; bei zu weit medialer Injektion Beeinträchtigung der Lippenbewegung
Ungeeignet, wenn: die abwärts gerichtete Mundwinkelstellung überwiegend durch Volumenverlust entsteht.
Zielmuskel
Der Musculus depressor anguli oris zieht vom Unterkiefer zum Mundwinkel und senkt diesen ab. Die Leitlinie nennt ihn im Zielmuskel-Verzeichnis mit dem sprechenden Beinamen „Trauermuskel” — er erzeugt den herabgezogenen Mundwinkel, der als verdrießlich gelesen wird.
Dosis und Technik
Mittlere Gesamtdosis 2 bis 4 Einheiten Inco- oder OnabotulinumtoxinA beziehungsweise 5 bis 10 Speywood-Einheiten pro Seite.
Die Injektion erfolgt oberflächlich im 45-Grad-Winkel in Verlängerung der Nasolabialfalten auf Höhe des Randes der Mandibula.
Grenze
Ein herabgezogener Mundwinkel entsteht nicht nur durch Muskelzug, sondern auch durch Volumenverlust im Mittelgesicht. Ist das die Hauptursache, hebt die Muskelentspannung wenig — und die Erwartung wird enttäuscht.