- Beleglage:Leitlinie
- Status:Off-Label in Deutschland
Injektionen
Botulinumtoxin — Brauenlift
Anheben der äußeren Augenbraue durch gezielte Schwächung der Brauensenker. Bei Männern mit anderem Ziel als bei Frauen.
Auch: Chemical Brow Lift · laterales Browlift
- Wirkprinzip
- Hemmt die Acetylcholin-Freisetzung an der motorischen Endplatte und schwächt so den Zielmuskel.
- Körperregion
- Augenbraue
- Sitzungen
- Eine, häufig kombiniert mit der Glabellabehandlung
- Ausfallzeit
- Keine
- Wirkdauer
- Rund drei Monate
- Hauptrisiko
- Brauenptose, Verschlechterung des Schlupflids, Lidptose
Ungeeignet, wenn: ein ausgeprägter Hautüberschuss am Oberlid besteht — eine Dermatochalasis lässt sich so nicht beheben.
Dosis und Technik
Die Leitlinie nennt eine mittlere Gesamtdosis von etwa 2 Einheiten Inco- oder OnabotulinumtoxinA beziehungsweise 5 Speywood-Einheiten pro Injektionspunkt. Die Technik erfolgt analog zur Behandlung der Krähenfüße.
Häufig wird das Verfahren mit der Glabellabehandlung kombiniert — dann als mediales Brauenlift.
Der Geschlechterunterschied
Die Leitlinie formuliert es unmissverständlich: Die Vergrößerung des Brauenbogens ist „oft bei den weiblichen Patienten erwünscht”, da eine beginnende Ptosis aufgehoben wird und das Auftragen von Make-up auf dem beweglichen Lid erleichtert wird.
Bei Männern verläuft die Braue flacher und tiefer. Dasselbe Ergebnis, das dort gewünscht ist, wirkt hier fremd. Wer bei einem Mann einen weiblichen Brauenbogen erzeugt, hat technisch sauber gearbeitet und das Ziel verfehlt.
Komplikationen
Die Leitlinie nennt Brauenptose, eine Verschlechterung des Schlupflids und Lidptose mit Einschränkung des Gesichtsfelds. Das Verfahren kann also genau das verstärken, wogegen es eingesetzt wird — wenn falsch platziert wird.