- Beleglage:Begrenzte Daten
- Status:Off-Label in Deutschland
Wirkstoff
Hyaluronidase
Enzym, das Hyaluronsäure spaltet. Das Gegenmittel bei Fillerkomplikationen — Off-Label und ohne evidenzbasierte Leitlinie.
Auch: Hylase
- Anwendung
- Injektion
- Verschreibung
- Rezeptpflichtig
- Wirkprinzip
- Spaltet Hyaluronsäure und löst damit Hyaluronsäure-Filler auf.
- Dosis
- Großzügig und wiederholt, in der Literatur stündlich bis zur Normalisierung der Rekapillarisierungszeit
- Wirkeintritt
- Innerhalb von Minuten bis Stunden
- Häufige Nebenwirkungen
- allergische Reaktionen · Auflösen auch erwünschter Fillerbereiche
Ungeeignet, wenn: der Filler kein Hyaluronsäure-Präparat ist: Auf permanente Materialien wirkt sie nicht.
Vorhalten ist Pflicht der Praxis
Nach der Fachliteratur soll Hyaluronidase als Antidot gekühlt in der Praxis vorgehalten werden. Eine Praxis, die Hyaluronsäure injiziert, ohne das Gegenmittel vorrätig zu haben, kann die schwerwiegendste Komplikation ihres eigenen Verfahrens nicht behandeln.
Vorgehen bei Okklusion
Injektion in das Behandlungsareal und in das Versorgungsgebiet der betroffenen Arterie, so früh wie möglich, idealerweise innerhalb der ersten vier Stunden, großzügig und wiederholt bis zur Normalisierung der Rekapillarisierungszeit.
Rechtliche Einordnung
Der Einsatz ist ein Off-Label-Use ohne evidenzbasierte Leitlinie. Wer eine solche Leitlinie zitiert, zitiert etwas, das es nicht gibt. Das entwertet das Vorgehen nicht — es ist etabliert und alternativlos —, aber es gehört in die Aufklärung.