- Beleglage:Leitlinie
- Status:In Deutschland zugelassen
Energiebasierte Verfahren
Tattoo-Entfernung
Zerkleinerung von Farbpigmenten durch extrem kurze Laserimpulse. Nur durch approbierte Ärztinnen und Ärzte zulässig.
Auch: Tätowierungsentfernung · Laser-Tattooentfernung
- Wirkprinzip
- Sehr kurze Impulse zersprengen die Pigmentpartikel; die Bruchstücke werden vom Immunsystem abtransportiert.
- Körperregion
- Körper
- Sitzungen
- Viele, im Abstand von Wochen bis Monaten
- Ausfallzeit
- Kurz; Krustenbildung
- Wirkdauer
- Dauerhaft, soweit Pigment entfernt wird
- Hauptrisiko
- Pigmentverschiebungen, Vernarbung, paradoxe Farbumschläge bei bestimmten Pigmenten
Ungeeignet, wenn: die Farbe unbekannt ist und ein Farbumschlag droht — insbesondere bei Permanent-Make-up mit eisen- oder titanhaltigen Pigmenten.
Warum extrem kurze Impulse
Die Impulsdauer muss zur thermischen Relaxationszeit der Zielstruktur passen — also zu der Zeit, die eine Struktur braucht, um die Hälfte der aufgenommenen Wärme an die Umgebung abzugeben. Je kleiner die Zielstruktur, desto kürzer muss der Impuls sein.
Die Leitlinie formuliert das als Praxisregel: Sehr kleine Zielstrukturen wie Tattoo-Pigmente dürfen niemals langen Impulsdauern ausgesetzt werden. Sonst wird nicht das Pigment zersprengt, sondern das umliegende Gewebe erhitzt — mit Vernarbung als Folge.
Arztvorbehalt
Anwendungen zur Entfernung von Tätowierungen oder Permanent-Make-up dürfen zu kosmetischen Zwecken nur von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender medizinischer Fachkunde durchgeführt werden. Das gilt seit dem 31. Dezember 2020.
Angebote aus Tattoo- oder Kosmetikstudios sind damit unzulässig — unabhängig davon, wie erfahren die Person am Gerät ist.